#2018in2018 - Jetzt wird's ernst


In vielen Teilen der Republik hat der Juli einen Hitzerekord nach dem anderen gejagt, viele schöne Sonnenstunden parat gehalten, dabei das Training aber manchmal auch ein wenig zur Qual werden lassen. Wie die BZ berichtete, war Berlin im Juli auch noch die wärmste Region Deutschlands.

Aber hey, das sind doch keine Gründe das Training schleifen zu lassen! Denn zu Beginn des Monats waren es noch 11 Wochen bis zum Berlin Marathon und lag damit mitten in der heißen Trainingsphase mit stundenlangen Trainingseinheiten und schönen Intervalltrainings.

Doch der Juli begann mit einem schönen Kurztrip zum ersten Trailbloggercamp in Mayrhofen im Zillertal. Hier war Zeit, um bei ganz schön anstrengend Trailruns die Schönheit der Natur und der Berge zu genießen. Vor allem aber auch viele lustige Stunden mit den Jungs zu haben.
Mit Patrick, Sebi und Culli beim Trailbloggercamp

Außerdem hatte ich nach anderthalb Jahren endlich mal wieder Zeit und Lust mit Freunden Fußball zu spielen. Und hinterher wusste ich wieder, warum ich anderthalb Jahre nicht spielen war - weil es leider (auch wenn ich leidenschaftlich gern Spiele) kaum in meinen Trainingsplan passt und ich dem Sport aufgrund der Verletzungsgefahr aus dem Weg gehe. Denn wie es so sein sollte, habe ich mich kurz vor Schluss auch verletzt. 🤦🏼‍♂️Grundsätzlich nichts schlimmes, aber mit lädiertem großen Zeh läuft es sich einfach doof. Oder besser gesagt erstmal gar nicht.

Mit Laufbuddy Björn im Startbereich der abgesagten ARCN 2018
Zum Glück konnte ich eine Woche später wieder ins Training einsteigen. Nur leider hätte ich mir leider gar nicht so einen Stress machen müssen. Denn mein kleines großes Ziel war die Adidas Runners City Night am Ku'Damm, die kurzfristig aufgrund einer Unwetterwarnung des DWDs abgesagt werden musste. Satz mit X, wie man so schön sagt.. Aber was soll's, Spaß ist was ich draus mache. Und deshalb gab's am nächsten Tag anstelle der 60 Minuten Auslaufen einfach einen 25 km Tempodauerlauf. Das ist doch auch eine schöne Alternative.

Warum erzähle ich euch aber das ganze? Weil ich unter'm Strich mit dem Juli sehr zufrieden bin. Trotz einer Woche Trainingsausfall war ich 210 km laufend unterwegs. Damit bin ich jetzt nach sieben Monaten bei 1.053km und auf einem guten Weg zu meinem Ziel #2018in2018. 😊🎉
Wie lief der Juli bei dir? Lass es mich doch in einem Kommentar wissen. Gemeinsam erreichen wir unsere Ziele 💪🏼

Wenigstens konnte man im Juli schön die Sonne genießen 😊



Test: Apple Watch Series 3 - was taugt die Smartwatch als Fitness- und Laufuhr?

Anzeige: Die Uhr wurde mir netterweise von Apple für den Test zur Verfügung gestellt.

Eine Smartwatch als Laufuhrersatz? Eigentlich nur schwer vorstellbar. Ich habe es trotzdem ausprobiert und in den letzten viereinhalb Monaten über 600 Laufkilometer mit der Apple Watch Series 3* gesammelt.


Klar, eine Laufuhr ist eine Laufuhr und eine Smartwatch eine Smartwatch. Das sollte man meiner Ansicht nach vorab bei den Erwartungen trennen und bei der Nutzung im Sinn haben. Aber eine Smartwatch bietet in der Regel auch einige Vorteile. Zum Beispiel was die Optik und damit die Alltagstauglichkeit angeht. Und das besonders, wenn man die Uhr auch als Fitness-/ Activity-Tracker verwenden möchte. 

Die äußeren Werte


Hierunter zählen für mich Materialien, Aussehen, Tragekomfort und Alltagstauglichkeit. 
Die Apple-Watch gibt es in zwei Größen - mit 38 und 42mm Gehäuse - damit für größere und kleinere Handgelenke gleichermaßen etwas dabei ist. Außerdem kann der Käufer zwischen den Materialien Aluminium, Edelstahl und Keramik für das Gehäuse und Silikon, Nylon, Edelstahl und Leder für das Armband wählen. Bei so viel Auswahl dürfte für jeden etwas dabei sein. Und nach kurzer Zeit habe ich den Vorteil genoßen, dass sich die Armbänder in Sekundenschnelle tauschen lassen. Zum Laufen Silikon (das lässt sich so leicht vom Schweiß reinigen), zum Anzug gern auch mal etwas optisch Hochwertigeres.
Damit auch bei den Armbändern schmalere und breitere Handgelenke problemlos das für sich passende Gegenstück finden und die Watch bequem sitzt, werden bei den sogenannten Sportarmbändern aus Silikon gleich Bänder in zwei Längen mitgeliefert. Die Looparmbänder hingegen, die sich an einem Stück um den Arm wickeln, sind eh nicht an die vorgegebenen Lochabstände gebunden und können stufenlos an das Handgelenk angepasst werden.
Das Aussehen selbst wirkt aufgrund seiner hochwertigen Material sehr edel. Anscheinend sogar so hochwertig, dass ich regelmäßig Kollegen bei mir in der Bank sehen, die auch Apple Watches zum Anzug tragen. Klares Plus, denn manche Kunstoffklotze von Laufuhr eignen sich eher weniger auch auf Arbeit und in der Freizeit getragen zu werden. Schade, wenn man auch den Rest des Tages seine Bewegung aufzeichnen möchte.


Die inneren Werte 


Jetzt wird es erst richtig spannend. Die Apple Watch Series 3 ist ausgestattet mit GPS und GLONASS, einem Dual-Core Prozessor, einem barometrischen Höhenmesser, 8 GB internen Speicher. Beschleunigungs- und Gyrosensor sowie gehärtetem Ion-X Glas. WLAN (802.11b/g/n 2,4 GHz), Bluetooth 4.2, bis zu 18h Batterielaufzeit, watchOS 4 und Wasserdicht ist die Uhr auch noch bis 50 Meter.

So liest sich zumindest das Handbuch. Was bedeutet das aber für mich als Läufer?

Die Apple Watch Series 3 hat meiner Erfahrung nach nie Problem dabei GPS zu finden. Im Gegenteil, die Uhr war manchmal schneller bereit zum Laufen als ich, denn lange Wartezeiten gibt es nicht. Dafür dauert es am Anfang manchmal, bis der optische Sensor die Herzfrequenz darstellt und die angegebenen Werte sind naturbedingt ja auch gewissen "Schwankungen" ausgesetzt, die ein optischer Herzfrequenzmesser nunmal so mit sich bringt. Alternativ ist es aber möglich einen Brustgurt per Bluetooth zu koppeln. Der optische Sensor schaltet sich dadurch ab und die gemessene Herzfrequenz wird wesentlich genauer ermittelt. Im Vergleich mit dem TomTom Spark 3 weichen die Ergebnisse des optischen Sensors aber nur minimal um ein bis drei Schläge pro Minuten ab und bei den Durchschnittswerden am Ende eines Laufes sind kaum Unterschiede auszumachen.

Die Konfiguration ist in wenigen Minuten erledigt
Gelaufen wird mit einer App. Entweder der Training-App aus dem Hause Apple selbst, oder aber mittels einer Drittanbieterapp wie der NRC-App von Nike oder auch Runtastic. Das hat seine Vorteile, denn wenn einem das Design oder die Funktionen der einen App nicht zusagen, kann man eine andere nutzen. Andererseits bietet meiner Erfahrung nach bisher keine dieser Apps die Möglichkeit, auf Basis der Daten des integrierten Barometers Unwetterwarnungen herauszugeben. Das finde ich schade! Wenn die Technik an Board ist, kann man die gern auch nutzen. Und man muss natürlich ehrlich sein, es ist eine Smartwatch mit den Funktionen einer Smartwatch. Eine Laufuhr wiederum ist rein aufs Laufen fokussiert und das merkt man. Dazu aber mehr unter dem Punkt Bedienung.

Der Akku hielt in meinem Test je nach Benutzungsintensität immer zwischen anderthalb und zwei Tagen. Ein Longrun über drei Stunden kostete 25-30% Akkuleistung. Wer gleichzeitig dazu Musik hört, bei dem wird der Stromverbrauch deutlich höher liegen. Da ich aber keine 100km-Ultras laufen, komme ich damit super zurecht. Einzig und allein saugt die Kopplung mit dem iPhone ganz schön am Akku des iPhones. Aber auch das muss man nicht immer dabei haben. Beim Laufen einfach die Watch dabei haben und sobald Apple Watch und iPhone wieder verbunden werden, werden die Laufdaten automatisch synchronisiert.

Besonders gern nutze ich tatsächlich die Möglichkeit, Musik beim Laufen zu hören, ohne ein Handy o.ä. mitzuschleppen. Bei 8 GB internen Speicher ist genügend Platz vorhanden, einige Alben und Playlists von Apple Music auf dem iPhone mit der Uhr zu teilen und so beim Lauf einfach nur die Kopfhörer aufzusetzen. Je weniger Gepäck, desto besser 😊

Eingangs erwähnte ich ich zudem das schnell gefundene GPS-Signal, was natürlich super ist. Leider ist mir aber aufgefallen, dass die aufgezeichnete Strecke mit diversen Apps immer länger ist als z.B. mit Laufuhren von TomTom oder Garmin (bin mehrmals mit zwei Uhren gleichzeitig gelaufen). Mir ist bewusst, dass die mittels GPS ermittelten Ergebnisse niemals zu 100% korrekt sind, aber i.d.R. ist die Strecke mit der Apple Watch immer 1% weiter als "normal" mit anderen Geräten. Das sollte man bei der Freude über die Leistung mit einkalkulieren, um im Wettkampf nicht enttäuscht zu sein.

Die Bedienung


Die Bedienung selbst ist intuitiv und macht Spaß. Die Uhr wird mittels Touchscreen, drehbarer Digital Crown und Seitentaste gesteuert, was überwiegend sehr gut funktioniert. Bei schwitzigen Fingern gerate ich aber manchmal an meine Grenzen. Beim Intervalltraining muss ich nämlich die einzelnen Intervalle über eine Geste auf dem Touchscreen stoppen und neu starten. Und das konnte hin und wieder zu einer feuchtfröhlichen Herausforderung werden.

Die Auswertung der Läufe wiederum kann in Kurzform auf der Uhr selbst oder aber ausführlich in der entsprechenden App (in meinem Fall der NRC-App) vorgenommen werden. Im Internet findet man auch Anleitungen zum Export in Strava. Daran sollte es also nicht scheitern.

Die Funktionen 


Hier bietet die Apple Watch Series 3 als Smartwatch natürlich eine ganze Reihe mehr an Funktionen, als reine Laufuhren integriert haben. Andererseits aber auch einiges weniger. Klingt widersprüchlich? Ist aber so..
Denn als Smartwatch bietet die Apple Watch die Möglichkeit, aus dem App-Store hunderte Apps herunterzuladen. Sei es eine App für Yoga, mit dem Wetterbericht, mit den Fußballergebnissen und Live-Tickern, für Atemachtsamkeitsübungen, zur Navigation oder eine Radio-App. Damit kann keine Laufuhr der Welt mithalten.

Die Uhr versucht regelmäßig zur Bewegung zu animieren
ABER, es gibt nun einmal ein kleines aber, Funktionen und Bedienung einer Laufuhr sind laufspezifisch natürlich viel ausgeprägter. Ich bin viel mit der NRC-App gelaufen und die bietet Problemlos die Möglichkeit vorab Ziele zu Kilometerumfängen oder Zeiträumen einzustellen und auch ein Intervalltraining ist mit dem Modus Tempo möglich. Aber das
funktioniert mit einer reinen Laufuhr natürlich genauer. Ich kann vorab zum Beispiel keine Intervalle und Pausen programmieren, sondern muss mein Training zu 100% im Kopf haben. Und auch eine einfache Funktion Runden zu messen gibt es nicht. Geschweige denn einen eigenen Knopf für Start und Stopp. Ebenfalls lassen sich keine Grenzen für Geschwindigkeit oder Pulsfrequenz festlegen, bei deren Verlassen die Uhr einen warnt. Und auch ein Nachhause-Funktion, die den Sportler mittels Kompass oder Routenfunktion automatisch nachhause führt, sucht man bei der Apple Watch vergeblich.

Gleichwohl kann man auf der Watch aber ein Navi einstellen und versuchen sich darüber zu navigieren. Vor allem aber kann man mit der Watch telefonieren. Und sofern man die Apple Watch Series 3 in der Cellular-Version hat (derzeit mit der Telekom und Vodafone nutzbar - Juli 2018), kann man mit der Watch sogar telefonieren, OHNE dass man extra ein Handy braucht. Und das hat meiner Ansicht nach einen riesigen Vorteil für die eigene Sicherheit. Meiner Ansicht nach also ein dicker Pluspunkt.

Zudem beherbergt die Uhr von Hause aus die App Aktivität. Ein Fitness-Tracker, der spielerisch zur Bewegung animieren soll und mich bei meinem Bürojob regelmäßig in Bewegung bringt. Denn es gibt einen blauen Ring für das Stehziel, einen grünen Ring für ein Bewegungsziel in Minuten und einen roten Ring für ein definiertes Kalorienziel.
Ziel ist es, diese Ringe täglich zu schließen. Das funktioniert, in dem man an mindestens 12 Stunden am Tag für mindestens eine Minuten steht/sich in aufrechter Position befindet (für den blauen Ring), sich am Tag mindestens 30 Minuten bewegt (für den grünen Ring) und Summe X an Kalorien für den Tag verbraucht. Sofern man die Ziele erreicht, kann man digitale Abzeichnen sammeln.
Zudem sieht man Schritte und Treppen, die man am jeweiligen Tag erklommen hat.

An Lob wird nicht gespart 😊
Ich merke zwar selber, wenn ich mich nicht ausreichend bewege oder zu lange gesessen habe, aber so eine App motiviert mich ehrlich gesagt noch einmal mehr. Und da kommt der Typ für Zahlen, Daten und Fakten wieder in mir durch, der seine Ziele erreicht wissen will.

Für alle Multisport-Fans, hat die App Training noch ein Schmankerl parat. Denn diese Unterstützt nicht nur das Aufzeichnen von Läufen, sondern auch von folgenden Funktionen: Rad Outdoor, Gehen Outdoor,  Laufen Outdoor, Gehen Indoor, Laufen Indoor, Rad Indoor, Crosstrainer, Rudergerät, Stepper, Beckenschwimmen und Freiwasser. Zudem lässt sich die Watch in einigen Fitnessstudios mit den Geräten koppeln und sich so direkt Fitnesssdaten austauschen. Also ein wahres Multitalent.

Mein Fazit


Die Apple Watch Series 3* ist meiner Ansicht nach für Hobbyläufer ein netter Kompromiss. Und vor allem ein tolles Spielzeug. Wer eine Apple Watch hat und beim Laufen nicht unbedingt Runden messen oder vorab programmierte Intervalle ballern möchte, liegt mit der Uhr auf keinen Fall falsch. Denn neben einem schnellen GPS, leichtem Gewicht und einem schicken Design bietet die Uhr alles, was man zum reinen Laufen benötigt.

Klar, wer bisher eine Sportuhr hatte und ein Fan der leichten Bedienung mit X Knöpfen am Gehäuse ist, der wird sich mit der Apple Watch ggf. etwas schwer tun. Und auch für Trailläufer in Gebirgen oder auf unbekannten Terrain bietet sich eine reine Laufuhr vermutlich eher an. Aber Punkten kann Apple insbesondere aufgrund der hohen Qualität und den schönen "Spielereien" für den Alltag. Denn wer kann schon mit seiner Laufuhr das Licht zuhause ein- und ausschalten oder Siri bitten Mama/Papa/Schwester/Bruder/Tante/Onkel anzurufen, wenn man sich beim Laufen verletzt hat und nicht mehr zurückkommt? 😉 Wer sich eine Smartwatch holen und diese auch zum Laufen nutzen möchte, macht hiermit auf keinen Fall etwas falsch. Und mein bisherige Laufuhr lag in den letzten Monaten fast immer in der Schublade, weil ich bei meinen Laufeinheiten super mit der Apple Watch zurechtkomme.



+ schnelles GPS
Gewicht je nach Version mit 26,7 - 34,9 Gramm sehr leicht
super leicht wechselbare Armbänder für wechselnde Anlässe
zusätzliche Apps für (fast) jede Lebenslage

- Bedienung beim Laufen durch den Touchscreen etwas schwer und nicht blind möglich
mehr reine Lauffunktionen wie ein im Voraus programmierbares Intervalltraining wären wünschenswert 
mit einem Preis ab 369€ für eine Smartwatch ok, aber nicht unbedingt ein Schnäppchen
manchmal größere Abweichungen der mittels GPS getrackten Strecke



Mit dem Einsatz im Winter bei Temperaturen im Minusbereich habe ich bisher keine Erfahrungen.

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In allen Lebenslagen am Start



Hoch in die Berge - das Trailbloggercamp 2018


Anzeige: Da das Trailbloggercamp netterweise durch verschiedene Partner unterstützt wurde, enthält dieser Blogpost auch deren Namen, insofern also Werbung. 😉

Anfang Juli war es endlich soweit, das erste Trailbloggercamp stand an. Gemeinsam mit sechs weiteren (Lauf-)Bloggern sollte es ein spannendes Laufwochenende in den österreichischen Alpen werden. Und nach meinen ersten "richtigen" Trailrunningerfahrungen beim Bluetrail auf Teneriffa hatte ich richtig Bock darauf.
Mayrhofen Trail Running Laufen Zillertal Bloggercamp
Fotos: Ruben Elstner

Nachdem es Freitagmorgen um 7 Uhr in Potsdam losging, hatten wir um kurz nach 15 Uhr unser Ziel erreicht: Das Elisabeth Hotel im Zillertaler Mayrhofen, welches uns für die kommenden zwei Nächte beherbergen sollte. Nach einem kleinen Snack folgte die erste Besprechung mit allen Sportlern und die Vorstellung einiger neuer Produkthighlights von On Running, Source Outdoor, Skins, Oakley, Sennheiser und LUMA Enlite, die uns an dem Wochenende unterstützen sollten. Außerdem war auch Andreas Lackner - Geschäftsführer des Tourismusverbands von Mayrhofen - vor Ort und stellte uns einige Highlights seiner Heimat vor, die wir an diesem Wochenende kennenlernen würden. Zuvor wollten aber Carbs für den langen Lauf am Samstag geloaded werden 😉 Und nicht nur irgendwie, sondern bei einem edlen 8-Gänge-Menü. Mittlerweile waren auch Berglauflegende Markus Kröll und der Sportexperte Andreas Eder am Start, die uns das Wochenende über begleiteten und von denen wir noch einiges lernen konnten. Nach einem wunderbaren Abendessen ging es aber nicht wie man denken könnte sofort auf ein Paar Bier an die Bar, nein, es wurde sportlich. Was denn auch sonst bei einem Camp, bei dem sich alles ums Traillaufen dreht!?


Nach dem Essen sollst du ruh’n oder 1000 Schritte tun


Wir entschieden uns für Zweiteres und so ging es gegen 22 Uhr nochmal einige Kilometer mit unseren neuen ACTIVE LED-Stirnlampen von LUMA die Ziller entlang. Ehrlich gesagt steckt mir so ein langer Anreisetag doch immer ganz ordentlich in den Beinen. Aber so ein kleiner Lauf lockert die Beine und umso besser konnte ich schlafen, nachdem wir noch circa 30 Minuten laufen waren. Zu lange durfte es aber auch nicht werden, dann für den nächsten Morgen mussten wir gut ausgeruht und voller Energie sein, wenn wir beim Trailrun mit Markus Kröll richtigen Spaß haben wollten.

Auf in die Berge


Und so ging es Samstagfrüh bei Regen los in die Berge. Markus Kröll führte uns auf unseren neuen Cloudventure Peak von On einen Teil der Strecke des Red Bull Almauftriebs den Brandberg hinauf. Das war nichts für schwache Beine, denn auf den nächsten 10 km ging es über 1.200m hinauf zum Kolmhaus, dass uns mit alkoholfreiem Weißbier, Limonaden und Radler Erfrischung für die nächsten Kilometer und Stärkung in Form einer Suppe bot. Zum Glück hatten wir von Source Outdoor einige Trinkflaschen und -blasen mit am Start, denn bis wir zurück am Hotel waren, sollte noch einige Zeit vergehen. Erfreulicherweise kam auf der zweiten Hälfte unsere Ausfluges in Richtung Dorf zurück aber auch endlich die Sonne heraus und so konnten wir den Lauf über die kleinen Pfade richtig genießen. Aber Bilder sagen ja bekanntlich mehr als tausende Worte, deshalb genießt selbst die Atmosphäre, die selbst Bilder kaum einfangen können... 😊

Nach einem zweiten kleinen Run am Nachmittag, konnten wir uns dann endlich im hoteleigenen Wellnessbereich mit Dampfad, Sauna, Whirlpool, etc. ein wenig erholen, bevor der Abend noch einmal lehrreich wurde. Denn Andreas Eder sprach mit uns über Themen der Trainingssteuerung, Regenration und Taktik und behandelt auch das ein oder andere kleine Wehwehchen bei manchen von uns. Wir diskutierten über den Sinn des pulsgesteuerten Trainings, wie Faszienrollen ihren Zweck bestmöglich erfüllen und unter welchem Umständen Kinesiotapes helfen können. Das war nicht nur richtig spannend, sondern hilft mir sicherlich auch bei meinen zukünftigen Trainingseinheiten.

Noch einmal hoch hinaus


Wie es leider immer so ist, vergeht die Zeit bei den schönsten Erlebnissen viel zu schnell. Nachdem der Samstag gefühlt im Zeitraffer vergangen war, ging es am Sonntagmorgen gleich wieder früh los, damit wir noch genügend Zeit hatten, um den Filzenkogl (2.227m) zu besteigen. Und das war eindrucksvoll!

Die Trails dort hin sind erste Sahne. Ein schöner Mix aus weichem Erdboden, Felsen und leicht durchziehenden Wurzeln. Dabei bieten die Auf-/Abstiege wunderschönste Aussichten und nicht nur das, sie sind offensichtlich auch ein absoluter Geheimtipp. Kein Witz, auf dem über 10km langen Abstieg kam uns nur EIN EINZIGER Läufer entgegen. Kann man das glauben!? Ein einziger Läufer. Aber dieser wusste sicherlich, was er schönes genießen konnte. Mit einem kleinen Zwischenstopp für ein Almdudler ging es zurück in Richtung Hotel, bevor wir uns schon wieder auf die Heimreise machen musste. Im Gepäck hatten wir ca. 40km schönste Trails, 2.000m Aufstieg und noch mehr schöne Eindrücke.

Leider vergeht so ein Wochenende immer viel zu schnell. Kaum ist man richtig angekommen, geht es auch schon wieder heim. Aber ich weiß, dass ich definitiv wiederkommen werde. Spätestens in 2019. Wieso? Da findet nämlich zum ersten Mal der Ultraks in Mayerhofen statt. Aber psst, das bleibt vorerst noch unter uns 😉

Noch ein paar mehr Impressionen:

Fotos: Ruben Elstner


#2018in2018 - Ein ganzes halbes Jahr


Gefühlt ist der letzte Lauf bei eisigen Temperaturen gerade erst ein paar Wochen her und so schnell ist schon wieder die erste Hälfte des Jahres 2018 vergangen. Vor allem aber ist das Medaillenboard um mehr als ein halbes Dutzend Medaillen reicher...

Lichtenauer Wasserlauf Medaille
Mit der Medaille im Ziel des Lichtenauer Wasserlaufs - Foto: maximilianleitenbauer.com

Begonnen hat der Juni mit einem schönen 7,5 km-Lauf in meiner Heimat Lichtenrade. Bei angenehm frischen Temperaturen und feuchter Luft gab es für mich einen persönlichen Streckenrekord mit 30:06 Minuten. Hinzu kam meine erste Berglauferfahrung beim Bluetrail auf Teneriffa, von dem ich hier berichtet habe, sowie der Lichtenauer Wasserlauf entlang der Spree sowie der Urban Trail in Spandau letzte Woche. Vier Medaillen in einem Monat gibt's für mich echt nicht oft.

Außerdem begann Ende Juni die heiße Phase meiner Marathonvorbereitung. Mittlerweile sind es keine drei Monate mehr bis zum Berlin Marathon am 16. September. Also volle Kraft voraus, Longruns ballern und dabei die Natur genießen.

Lichtenrader Meile Laufen
Bei der Lichtenrader Meile

Fazit


Mit dem Monat Juni ist die erste Jahreshälfte abgelaufen. 181 Tage sind bisher vergangen und dabei konnte ich 838,7 km von 1.000,7 km erreichen. Will heißen, dass mir derzeit 162 km auf dem Weg zu #2018in2018 fehlen. Einerseits ärgert mich das, weil das bald die Kilometerleistung eines ganzen Monats ist. Andererseits beginnt dieses Laufjahr gerade erst so richtig für mich. Die Marathons in Berlin und New York City stehen noch an und auf dem Weg dorthin werde ich noch unzählige Kilometer fressen. Mal sehen wie viele und wann ich das Minus wieder herausgeholt habe.
Im Endeffekt steht ja auch die Freude am Laufen an erster Stelle und die Freude kommt derzeit alles andere als zu kurz. Jeder Kilometer ist ein Genuss. Und ist mir mal doch nicht ganz so nach laufen, dann findet sich immer eine Alternative. Sei es auf dem Rad oder ein schöner Spaziergang.

Wie lief deine erste Jahreshälfte sportlich? Verrate es mir doch in einem Kommentar 😊

Laufstrecke auf Fuerteventura 


Ab jetzt wird am Tempo gefeilt


Ende Mai war es wieder soweit. Nachdem ich im März schon einmal zur Untersuchung meiner Knieschmerzen und künftigen Vorbeugung dieser beim Biomechaniker war, folgte nun mein zweiter Termin beim Biomechaniker. Denn da mein Knie die 42,195 km in London im April gut überstanden hat, will ich jetzt endlich wieder mehr. Insbesondere was das Tempo angeht 😏
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Mein sportliches Jahr 2018 startete eher etwas durchwachsen. Knieschmerzen plagten mich, weshalb ich die eine oder andere Laufeinheit skippen musste. Während gaaaaanz langsame Läufe in der Regel recht gut liefen und die Laufdistanz auch eher egal war, fühlte sich jedes schnellere Laufen wie der Tod für mein Knie an. Zum Glück gab mir meine Lauffreundin Josi im Februar den Tipp, dass ich doch mal beim Biomechaniker Dr. Srdan Popovic von frisch-bewegt.de vorbeischauen sollte (hier habe ich bereits darüber berichtet). 
Dank seiner Hilfe konnte ich den London Marathon schmerzfrei laufen und mittlerweile traue ich mich auch wieder Gas zu geben und den einen oder anderen Sprint einzulegen. Deshalb wurde es für mich drei Monate nach meinem ersten Besuch höchste Zeit wieder vorbeizuschauen und weiter am Laufstil zu feilen.


Die Planung kann beginnen


Dank Social Media kannte Srdan meinen derzeitigen Trainingsstand ganz gut und war stets auf dem Laufenden  Nichtsdestrotz hatten wir uns zu Beginn meines Besuchs genügend Zeit genommen, um über meinen läuferischen Status quo zu sprechen. Vor allem aber auch darüber, welche Ziele ich denn für den weiteren Verlauf dieser Laufsaison hätte. Und wie ihr wisst, steht für mich großes an, denn in meinem - beinahe kenianisch anmutenden - Terminkalender stehen dieses Jahr noch die Major Marathons in Berlin und New York City an und in meiner Heimatstadt möchte ich endlich meine Bestzeit von 3:35h aus dem Jahre 2014 knacken. Und nicht nur einfach unterbieten, sondern am liebsten in einer Zeit von 3:10h deutlich verbessern. Ich bin mir bewusst, dass das ein seeeeehr ambitioniertes Ziel ist. Aber ohne ambitionierte Ziele sind keine starken Leistungen möglich. Träume sind wichtig. Und bekanntlich gilt ja:  If my mind can conceive it, and my heart can believe it - then I can achieve it. (Muhammad Ali). Davon mal abgesehen fordert auch meine 10 km-Zeit von 39 min besseres als 3:35h auf 42 km von mir 😋  Denn rein körperlich dürfte diese Zeit machbar sein. Die Frage ist nur, ob auch mein Kopf es zulässt? Denn eine 4:30er Pace über 3h zu halten ist doch noch einmal ein anderer schnack als über 5k oder 10k zu ballern.


Den Körper checken, Schwächen ausmerzen


Als nächstes hat Srdan wieder meine Beweglichkeit gecheckt. Habe ich meine Hausaufgaben gemacht? Anscheinend schon, denn meine Hüftsbeuger sind mittlerweile einigermaßen elegant unterwegs (da habe ich ja auch hart für trainiert 😉). Doch die Hamstrings fordern noch etwas mehr Flexibilität und Kraft zugleich, um meinen Laufstil besser zu unterstützen.

Das zeigte sich nämlich auch auf dem Laufband, auf dem ich wieder in diversen Tempostufen und dabei abwechselnd in verschiedenen Schrittfrequenzen laufen durfte. Dank modernster Videotechnik wurde mein Laufstil auf Optimierungspotenzial untersucht. Ehrlich gesagt habe ich an der Aussagekraft dieser Videos immer insofern ein paar Zweifel, als dass es natürlich Laborbedingungen sind. Für Leute, die selten bis nie auf Laufbändern unterwegs sind, kann das schon komisch sein. Zumindest von mir kann ich sagen, dass ich auf Laufbändern doch anders Laufe als draußen. Gleichwohl bin ich aber davon überzeugt, dass sich auch auf dem (von mir eher selten genutztenLaufband wertvolle Erkenntnisse zum Laufstil gewinnen lassen.

Nachdem wir nun also meine Läufe auf dem Laufband analysiert hatten, begann der Maßnahmenplan. Da ich beim Laufen vergleichsweise überdurchschnittlich stark bounce, also nach oben und unten hüpfe, verliere ich einiges an Kraft. Klar, die Energie verpufft, da sie nicht zielgerichtet nach vorn gelenkt wird, sondern nach oben geht. Weiter möchte ich an der Stelle gar nicht vertiefen, da sich für mich personalisierte Tipps  kaum auf jemanden von euch 1:1 anwenden lassen und ich euch nicht verleiten will, euch irgendwas von mir abzugucken, was euch womöglich nicht nur nicht weiterhilft, sondern sich im schlimmsten Fall vielleicht sogar negativ für euch auswirkt. Auf jeden Fall gibt es Stellschrauben, die ich nun kenne. Daran will und muss ich in den nächsten Wochen arbeiten, um mein Potenzial bestmöglich auszuschöpfen


Wie geht es nun weiter?


Wie meine letzten Zwischenzeiten mir bestätigen, befinde ich mich auf einem guten Weg. Um meinen Trainingsplan noch zielgerichteter an meinem aktuellen sportlichen Vermögen zu orientieren, werde ich Ende des Monats bzw. spätestens Anfang Juli noch einmal beim Biomechaniker vorbeischauen. Warum? Gemeinsam mit einem Sportmediziner steht dann eine Leistungsdiagnostik auf dem Plan. Das ist nämlich mindestens genauso wichtig. Warum?

Bei einer Leistungsdiagnostik wird die Leistungsfähigkeit eines Menschen untersucht. Klingt also nicht nur logisch, sondern ist es auch. Die Leistungsdiagnostik gibt mir eine realistische Einschätzung zu meinem Leistungsvermögen und liefert mir zugleich Impulse für die Trainingssteuerung, um eine optimale Trainingsintensität für ein effektiveres Training zu erreichen.
Liege ich mit meinem Training bisher gut im Plan, habe ich also richtig trainiert? Und was kann ich noch verbessern? Um diese Fragen geht es für mich dabei im Endeffekt also. Und da meine letzte mittlerweile drei Jahre zurückliegt, wird es endlich mal wieder Zeit.

Bis dahin trainiere ich fleissig meine Hamstrings, etc. und bin guter Dinge, dass ich dieses Jahr noch bei dem einen oder anderen Rennen eine für mich sehr gute Pace laufen kann, über die ich mich freue. Und selbst wenn es nicht mit dem Ziel 3:10h beim Berlin Marathon klappt, geht die Welt für mich trotzdem nicht unter. Denn Laufen ist „nur“ ein Hobby. Das für mich schönste auf der Welt. ❤️

Hast du schon einmal eine Leistungsdiagnostik mitgemacht? Wie waren deine Erfahrungen? Verrate es mir doch in einem Kommentar :)

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Mein erstes Trailrennen - Laufreise nach Teneriffa


102km von Süd nach Nord. Insgesamt 6.784m Anstieg. 24 Stunden Zeitlimit. Und wunderschöne Landschaften beim einzigen Lauf der Welt, der auf Meereshöhe startet und bis auf 3.555m Höhe führt - nämlich den Vulkan El Teide. Das ist der Blutrail Ultra auf Teneriffa. Und für mich eine Hausnummer zu groß. Zum Glück gibt es aber auch kürzere Distanzen und so konnte ich ein erstes Mal ins Traillaufen hinein schnuppern.
Cajamar Bluetrail Tenerife Teneriffa Ultra Winner Yeray Duran Lopez


Ich glaube es gibt wenig Länder, in denen Berg- und Trailläufe so beliebt sind wie in Spanien. Daran sind sicherlich auch Sportler wie Kílian Jornet nicht ganz unschuldig. Und was liegt näher für mich als so ein Lauf in Spanien, wo ich doch noch nie in Spanien gestartet bin? 😉

Der Bluetrail auf Teneriffa sollte es also werden und letzten Samstag war es dann endlich soweit. Besonders gefiel mir, dass die Organisatoren vom Bluetrail für (fast) jeden etwas im Angebot hatten. Denn die oben erwähnten 102km sind sicherlich nur etwas für wahre Trailprofis. Mir reichten die leichten 20km mit etwas mehr als 1.200m Anstieg in der Vulkanlandschaft Teneriffas schon vollkommen aus.


Diese verschiedenen Modi bietet der Bluetrail
Ultra: 102km; 6.784 HM im Aufstieg; 24h Zeitlimit
Trail: 67km; 3.246 HM im Aufstieg; 14h Zeitlimit
Maratón: 43km; 2.341 HM im Aufstieg; 9h Zeitlimit
Media: 20km; 1.242m HM im Aufstieg; 4h Zeitlimit
Reto (Integrationslauf): 1,2-8km

Fun Fact: Wie ihr seht, wird mit den Begriffen Halbmarathon und Marathon im Süden etwas entspannter umgegangen. Genauso ist aber auch die Stimmung. Locker und angenehm. 😊


Tag X - Es kann losgehen


Ausgelassene Stimmung vor dem Start
Im Gegensatz zum 102 Kilometer langen Ultra, dessen Startschuss bereits am Vorabend um 23:30 Uhr fiel, konnte ich regelrecht ausschlafen. Der Media Marathon startet nämlich erst 8:00 Uhr. Das heißt aufstehen um 4:45 Uhr, frühstücken um 5 Uhr, losfahren um 6 Uhr und um kurz nach 7 Uhr am Startbereich ankommen. Der erste Schocker kam schon auf dem Hinweg im Bus, als es zu regnen begann. Aber nicht nur ein paar entspannte Tropfen, nein, sondern Starkregen. Und der einheimische Busfahrer wollte uns auch keine Hoffnung machen, als er sagte, dass es sicherlich bis Mittag durchregnen würde. Und so kam es, dass sich ein großer Teil der circa 650 Läufer in einem kleinen Restaurant am Plaza de San Augustín in Los Realejos, an dem der Lauf losgehen sollte, versammelte und noch einen Kaffe trank oder einfach nur quatschte.


Stimmung wie in einer Großstadt - die ersten Kilometer


Obwohl die Veranstalter um kurz nach 7 Uhr noch eine Verzögerung des Startschusses um 10-20 Minuten verkündeten, startete der Lauf pünktlich. Und nicht nur das, pünktlich zum Start ließ auch der Regen nach. Die Trommler von Bloko del Valle sorgten für ausgelassene Stimmung und eine für das kleine Örtchen beträchtliche Zahl an Zuschauern stand am Streckenrand oder auf den Balkonen und winkte und jubelte uns Läufern zu. 
Cajamar Bluetrail Tenerife Teneriffa
Läufer aus über 30 Nationen machen den Bluetrail zu einem internationalen Event. Hier: Ron & Elspeth aus dem Vereinten Königreich, Abi aus Spanien, ich und Jorge aus Dänemark (v.l.n.r.)



Während die ersten beiden Kilometer mit halbwegs sanfter Steigung noch gut zu passieren waren, ging es danach richtig knackig zur Sache! Auf den Kilometer Nummer drei, vier und fünf ging es nämlich gefühlt senkrecht bergauf und meine Pace sackte auf 15 bzw. sogar 17min pro Kilometer ab, während mein Herz schneller pumpte als bei einem 5.000 Meter Rennen. Noch naturverbundener wurde es aber, als wir mitten in die dichten Wolken und erneut in den Regen hineinliefen. Das führte im Endeffekt dazu, dass die mal kleineren und mal größeren, oftmals aber kaum befestigten Trails zu einer echten Rutschpartie wurden und man auf jeden Schritt aufpassen musste. Wer auch nur eine Sekunde lang nicht zu 100% fokussiert war, wurde dafür bitter bestraft. Und das musste ich später noch an meinem eignen Leib erfahren.


Die Landschaft? Erste Sahne.


Dass die Landschaft außergewöhnlich war, habe ich beim Lauf schon mitbekommen. Wie schön sie aber tatsächlich war, konnte ich leider erst nach dem Lauf auf den Fotos von Abi aus Barcelona feststellen, welche ich euch deshalb auch nicht vorenthalten möchte.


Cajamar Bluetrail Tenerife Teneriffa
Noch einer der flacheren Streckenabschnitte. Foto: Abigail Parra / Runner's World Woman ES


Cajamar Bluetrail Tenerife Teneriffa
Zwischendurch wurde auch schon mal gegangen. Foto: Abigail Parra / Runner's World Woman ES

Cajamar Bluetrail Tenerife Teneriffa Mirador San Pedro
Ganz oben angekommen. Foto: Abigail Parra / Runner's World Woman ES


Cajamar Bluetrail Tenerife Teneriffa
Zum Glück ging es irgendwann auch wieder bergab. Foto: Abigail Parra / Runner's World Woman ES

Cajamar Bluetrail Tenerife Teneriffa Verpflegung
An Verpflegung mangelte es definitiv nicht.
Foto: Abigail Parra / Runner's World Woman ES
Zum Glück endet irgendwann aber auch der größte Anstieg. Mein Kopf war hoch motiviert, die zuvor verlorenen Minuten wieder reinzuholen, nur meine Beine waren noch ein paar Minuten länger im Chillmodus, weshalb mein Knie bereits wenige hundert Meter nach Beginn des ersten "richtigen" Abstiegs gleich mal die Steine geknutscht hat. War ja klar, dass das auf Steinen passiert und nicht im Matsch. Leider tat es so krass weh, dass ich erst einmal ein paar Minuten nicht richtig weiterlaufen konnte. Zudem blutete es wie Sau. Schönes Ding, denn es gab zwar Sanitäter, aber wie soll man Mitten von 1.000m auf einem kleinen Pfad so schnell wegkommen? Und nach 6 Kilometern durfte doch noch nicht das Ende für meine Mission sein!? Also entschied ich mich weiterzulaufen. Nach einigen hundert Meter ließ der Schmerz zum Glück nach und bald war der erste Verpflegungspunkt nach 10 km erreicht.

Hier gab es leckeres Obst, Wasser, Isodrinks und aufmunternde Worte vieler Helfer und Zuschauer. Man merkte einfach, dass ein Großteil der Läufer von der Insel kam und alles sehr familiär war.


Auf zur Küste


Cajamar Bluetrail Tenerife Teneriffa
So sieht es an der Küste von Teneriffa aus
Auf den nächsten Metern ging es steil bergab. So steil, dass ich die ganze Zeit über das Gefühl hatte, mich gleich zu überschlagen. Ich hatte mich verspekuliert. Denn eigentlich hatte ich die Hoffnung, die bei den Anstiegen verlorenen Sekunden (naja eigentlich waren es eher Minuten) wieder auf den Abstiegen rauszuholen. Aber bekanntlich kommt nach jedem Tief auch wieder ein Hoch und genauso nach jedem Tal auch wieder ein Anstieg. Auf den nächsten Kilometern entlang der Küste sollte es also weiterhin herausfordernd bleiben.

Während die Strecke super markiert war und man sich eigentlich nicht verlaufen konnte ist mir leider etwas negativ aufgefallen, dass leider keine Kilometerstände angezeigt wurden. D.h. ohne GPS auf Uhr oder Smartphone wusste man nicht, ob man gerade bei Km 5 oder Km 15 war. Das hat meiner Meinung nach Verbesserungspotential. Aber sei es drum. Dem Laufvergnügen tat es in dem Fall keinen Abbruch. Für mich ging es ja eh mehr um den Spaß als das jagen einer extrem krassen Zeit.


Zeit für einen Schlussspurt


Aus dem Streckenprofil könnt ihr entnehmen, dass die letzten rund 3 Kilometer nahezu eben verlaufen.
Streckenprofil des Bluetrail Media. Grafik: www.tenerifebluetrail.com/de

Das hat den große Vorteil, dass man auch mit wenig Kraftreserven das Ziel erreichen kann. Und nicht nur das, bei dem einen oder anderen reicht es sicher auch noch für einen Schlussspurt. Denn auch wenn es zwischendurch der Strecke geschuldet recht ruhig und naturverbunden wird, feuern einen auf den letzten Meter viele Leute an. Gänsehautfeeling inklusive.


Fazit

Bluetrail Tenerife Teneriffa Finisher Medal
Geschafft 😊🎉

Der Cajamar Tenerife Bluetrail - wie er vollständig heißt - besticht durch seine Landschaft. Und nicht nur die Ultraläufer, die sämtliche Klimazonen der Insel kennenlernen, bekommen die reizvolle Natur der Insel zu spüren. Läufer jeder Distanz kommen auf ihre Kosten und können dabei an ihre persönlichen Grenzen des Machbaren stoßen.
Deshalb lautet das Motto der Insel auch: Tenerife, you set your own limits.

Besonders gut gefällt mir der Gedanke der Veranstalter, dass es die Natur zu schützen gilt. Denn Respekt gegenüber den Mitmenschen, der Flora und der Fauna stehen an der ersten Stelle. Deshalb gibt es auch nicht die Unmengen an Plastikbechern wie sonst. Jeder Läufer hat seinen eigenen Becher bzw. seine eigene Flasche mitzubringen und diese können an den Verpflegungsstellen bzw. Getränkestationen wieder aufgefüllt werden. Funktioniert auch. Und spart tausende von Bechern, die sonst bei einem Laufevent verbraucht werden. Das kann gern Schule machen.

Insgesamt bietet der Bluetrail also ein spannendes Paket in einer malerischen Umgebung. Was will man mehr!? Ich komme gern wieder. Habe ja jetzt eine persönliche Benchmark die es zu schlagen gilt. 😋


Zum Abschluss noch ein paar Impressionen 


Bluetrail Tenerife Teneriffa Start Los Realejos
Das nenne ich entspannt. Eine Stunde vorm Start wurde gerade erst begonnen aufzubauen.

Bluetrail Tenerife Teneriffa
Einer der wenigen Streckenabschnitte, auf denen man ballern konnte.

Bluetrail Tenerife Teneriffa Strecke
Die Strecke im Überblick.
Bluetrail Tenerife Teneriffa Mirador de San Pedro
Blick von etwas unterhalb des Mirador de San Pedro

Cajamar Bluetrail Tenerife Teneriffa Medaille
Die Medaille des Bluetrails