Laufen mit Stirnlampe - Ledlenser NEO6R im Test

Anzeige: Die Stirnlampe wurde mir netterweise von Ledlenser zur Verfügung gestellt.

Gerade in der dunklen Jahreszeit ist es extrem wichtig beim Laufen gut sichtbar unterwegs zu sein. Dabei hilft z.B. eine Stirnlampe wie die NEO6R von Ledlenser, die ich in den letzten drei Monaten ausgiebig testen konnte. Denn damit siehst du beim Laufen mehr, wirst aber auch von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen und erhöhst so deine Sicherheit. Zudem macht es finde ich einfach mehr Spaß im Dunkeln zu laufen, wenn man auch etwas sieht.

Meine Erfahrungen mit der Stirnlampe findest du im hier verlinkten YouTube-Video zum Test der Ledlenser NEO63.




Die Ledlenser NEO6R bietet drei Leuchtstufen:
Power = 240 lm Helligkeit, 6h Akkulaufzeit und 30m Leuchtweite
Low Power = 20 lm Helligkeit, 40h Akkulaufzeit und 10m Leuchtweite
Blink = 20 lm Helligkeit, 100h Akkulaufzeit und 10m Leuchtweite

Gewicht: 95 g
Staubdichtigkeit: IP5X
Wasserdichtigkeit: IPX7
Bis zu 7 Jahre Garantie (bei Onlineregistrierung - sonst 5 Jahre)

Zudem lässt sich die NEO6R dank mitgeliefertem Brustgurt auch als Brustlampe verwenden. So blendet man sich nicht gegenseitig, wenn man in der Gruppelaufen will.

Überlegst du dir die Ledlenser NEO6R zu kaufen? Dann findest du sie unter anderem hier bei amazon*.



Hier findest du noch ein paar Impressionen zur Ledlenser NEO6R:













True Motion U-Tech Nevos Laufschuhe im Langzeittest

Anzeige: Die U-Tech Nevos wurden mir netterweise von True Motion zur Verfügung gestellt.

Im Sommer 2019 kam der Laufschuh U-Tech Nevos der neuen neuen Marke True Motion auf den Markt. Im letzten halben Jahr konnte ich ihn ausführlich testen und meine Erfahrungen zum Nevos findest du im hier verlinkten YouTube-Video.

Hier geht es zum Test des True Motion Nevos:




Details zum True Motion Nevos:

- Für Damen und Herren erhältlich
- Sprengung: 10 mm
- Gewicht: 180 g (Größe 43)
- Preis: ca. 150€



Hier findest du noch ein paar Impressionen zum True Motion U-Tech Nevos:











adidas Ultraboost 20 im Test

Anzeige: Die UB20 wurden mir netterweise von adidas zur Verfügung gestellt.

Seit dem 06. Dezember 2019 ist der neue adidas Ultraboost 20 auf dem Markt. Ich habe ihn in den letzten Wochen testen und mit dem UB19 vergleichen können. 

Meine Erfahrungen zu den beiden Schuhen findest du im hier verlinkten YouTube-Video zum Vergleich von Ultraboost 19 und 20.




Details zum Ultraboost 20


Für Damen und Herren erhältlich.
- Sprengung: 10 mm
- Gewicht: 310 g (Größe 42 2/3)
- Preis: ca. 180 €


Hast du Bock dir den neuen adidas Ultraboost 20 zu kaufen? Dann findest du ihn unter anderem hier bei amazon*.



Hier findest du noch ein paar Impressionen zum neuen adidas Ultraboost 20 im Test:












Mit den AirPods Pro laufen - Apples In-Ear Kopfhörer im Test

Anzeige: Die AirPods wurden mir netterweise von Apple zur Verfügung gestellt.


Musik, Podcasts, Hörbücher - etwas Unterhaltung beim Laufen ist für mich gerade jetzt in der grauen Jahreszeit eine willkommene Abwechslung. Damit das beim Laufen aber auch wirklich Spaß macht, müssen Klang, Tragekomfort, Umgebungsgeräusche und Konnektivität passen. Und das habe ich in den letzten sechs Wochen mit den Kopfhörer intensiv getestet und war viel mit den AirPods Pro* laufen.


AirPods Pro - alles auf Anfang


Mit den im Oktober vorgestellten AirPods Pro hat Apple seine beliebten Kopfhörer runderneuert. Die AirPods Pro wirken nicht nur äußerlich wie komplett neue In-Ears, sondern heben sich auch technisch deutlich von den im Frühjahr vorgestellten AirPods der 2. Generation deutlich ab.











Wahrscheinlich die größte und für mich persönlich auch wertvollste Neuerung ist die aktive Geräuschunterdrückung. Denn mit der kannst du deine Umwelt wirklich fast komplett ausschalten. Das genieße ich vor allem auf dem Arbeitsweg in den Öffis. Ich sitze täglich circa zwei Stunden in S- und U-Bahn und wenn die Geräuschunterdrückung aktiviert ist, dann hört man fast nichts mehr. Weder das Rattern der Bahn noch hustende Mitfahrer noch Durchsagen noch Kindergeschrei. Perfekt um abzuschalten. Andererseits kann man aber auch auf Transparenz schalten und dann hört man sämtliche Außengeräusche als ob man keine Kopfhörer tragen würde. Das finde ich vor allem in Wartesituationen wie am Flughafengate praktisch, wenn man Musik hören aber auch keine der Durchsagen verpassen will. Und wer weder Lust darauf hat sich komplett von der Umwelt abzuschotten noch wirklich alles Glasklar mitzuhören, der stellt einfach in den Aus-Modus und hört Musik so, wie man es von In-Ear ohne aktive Geräuschunterdrückung kennt, nämlich mit naturgemäß gedämpften Außengeräuschen.

Die aktive Geräuschunterdrückung passt das Tonsignal kontinuierlich 200mal pro Sekunde an

Wichtige Voraussetzung hierfür sind die sogenannten Tips, das sind flexible Ohreinsätze für die AirPods Pro. Während die "normalen" AirPods in Einheitsgröße angeboten werden, die vielen Menschen passt (mir im Übrigen nicht besonders gut, aber dazu später mehr 😉), beinhalten die neuen AirPods Pro Ohreinsätze in den Größen S, M und L. Die sorgen einerseits dafür, dass die neuen AirPods wesentlich mehr Menschen wesentlich besser passen und andererseits sind sie notwendige Voraussetzungen für die aktive Geräuschunterdrückung. Denn wenn die In-Ears nicht hundertprozentig passen, dann klappt es auch nicht optimal Geräusche von außen auszublenden. Und damit man auch weiß, ob die gewählten Tips für einen optimal passen, liefert Apple softwareseitig gleich ein Program, dass die Passform testet.

Passtest für Ohreinsätze, um die richtigen Tips für seine Ohren zu finden (Screenshot aus iPhone-Menü)

Und auch optisch hat sich etwas getan. Neben den neuen flexiblen Silikontips sind die AirPods Pro kürzer und dafür etwas breiter geworden. Hierdurch ändert sich auch die Bauform des Ladecases, das sich nun nicht mehr oben sondern seitlich öffnen lässt. Neu ist außerdem, dass man die Musik nicht mehr per Tap auf den AirPod steuert, sondern ein kleines Feld am Steg der Kopfhörer auf Druck reagiert und sich Play/Pause/Weiter etc. darüber steuern lassen. Zudem sind die AirPods Pro nun mit einem Ventil zum Druckausgleich ausgestattet, dass das bei In-Ear Kopfhörern manchmal auftretende Gefühl des Unwohlseins minimieren soll.

AirPods Pro im neuen Ladecase neben den AirPods der 2. Generation im kabellosen Ladecase

Was ist bei Kopfhörern zum Laufen wichtig?


Allen voran müssen die Kopfhörer natürlich gut sitzen. Gerade bei kabelgebundenen Kopfhörern tut die Schwerkraft ihr Übriges, dass sie oft beim Sport aus den Ohren fallen. Aber auch kabellose Kopfhörer müssen gut sitzen und dürfen bei Bewegung nicht aus den Ohren rutschen. Das schaffen die AirPods Pro bei mir im Test tadellos. Durch die individuelle Passform sitzen die Kopfhörer bombenfest und rutschen nicht heraus.

Das klappt vor allem auch dann gut, wenn die Kopfhörer nicht zu schwer sind. Mit 5,4 Gramm je AirPod spürt man die AirPods Pro beim Laufen auch nach langer Zeit kaum in den Ohren.

Ein weiteres wichtiges Merkmal für Kopfhörer beim Laufen ist für mich, wie stark sie mich von der Umwelt abschotten. In der Bahn finde ich es super, wenn ich nichts und niemanden höre. Beim Laufen ist das im Zweifelsfall lebensgefährlich, hier muss der Verkehr immer im Fokus bleiben. Dank Transparenz-Modus für die AirPods Pro kein Problem.

Und genauso müssen die Kopfhörer einiges mitmachen. Schweiß, Regen, Staub, all das kann der Technik auf lange Zeit zusetzen. Zumindest allseitiges Spritzwasser sollte gemäß IPX4-Standard kein Problem sein. Und bei mir funktionieren sie trotz Läufen im Regen und viel Schweiß noch tadellos.



Wie einfach lassen sich die AirPods Pro bedienen? 


Nichts zu unterschätzen finde ich, wie leicht sich die Kopfhörer mit den Geräten verbinden. Und solange man im sich im Apple-Ökosystem befindet, geht es kaum einfacher. Hat man die AirPods einmal durch Öffnen des Ladecases in der Nähe eines iOS- oder iPadOS-Geräts und einfaches Antippen gekoppelt, verbinden sich die AirPods Pro reibungslos mit allen im iCloud-Konto angemeldeten Geräten wie iPhone, iPad, Mac, Apple Watch, Apple TV und iPod touch. Hört man also normalerweise seine Musik auf dem iPhone und will beim Laufen ein Podcast von der Apple Watch hören und sein iPhone zuhause lassen, dann funktioniert das komplett bruchfrei. Das ist echt 1A. Mit anderen Bluetoothgeräten funktionieren die AirPods natürlich auch, aber bei weitem nicht so easy wie mit Apple-Produkten. Insbesondere "Hey Siri" funktioniert natürlich nicht mit Geräten von Drittanbietern.

Die Steuerung der AirPods selbst ist auch kinderleicht. Apple fasst es auf seiner Website wie folgt zusammen und dem ist nichts hinzuzufügen:

Bedienung der AirPods Pro (Screenshot von apple.com/de/airpods-pro/specs)

Zudem unterstützen die AirPods Pro "Hey Siri", sofern das gekoppelte Endgerät mit dem Internet verbunden ist. Dann lassen sich Lautstärke und Co. auch durch Sprachsteuerung ändern.


Taugen die "normalen" AirPods weiterhin als Alternative?


Seit April 2019 nutze ich die AirPods der 2. Generation. Diese haben an sich einen netten klang und sehen super aus, leider sind sie aber nur in Einheitsgröße vorhanden und das führt dazu, dass sie einfach nicht jedem passen (können). Denn jedes Ohr ist anders. Apples AirPods der 1. und 2. Generation passen zwar vielen, aber eben nicht allen Menschen. Im Gegensatz zu den AirPods Pro liegen die AirPods nämlich einfach nur auf, sodass sie beim Sport wesentlich leichter herausfallen können. Und genau das ist bei mir der Fall. Ich habe mit vielen Menschen über die AirPods gesprochen und ein Großteil bestätigte mir, dass sie super mit den AirPods zurecht kämen. Bei ihnen würden die AirPods auch beim Laufen fest im Ohr sitzen. Bei mir leider nicht, im Gegenteil. Ich habe sogar schon einmal einen AirPod verloren - was im Endeffekt zum Nachkauf eines einzelnen AirPod für circa 80€ im Apple Store führte. Und das muss nicht sein.

Zwar gibt es auch hierfür Lösungen wie Silikonaufsätze, die man schon für um die 10€ bekommt und die auch nicht weiter auffallen. Hiermit kann ich problemlos Laufen gehen, einen Kopfstand machen, Headbangen, alles. Die AirPods fallen nicht aus den Ohren und sitzen tiptop. Allerdings lassen sich die AirPods mit den Aufsätzen nicht im Case laden, man muss sie also immer wieder befestigen und abnehmen.

Mit Silikonaufsätzen wie diesen halten die AirPods auch bei starken Bewegungen fest im Ohr

Wirklich cool ist diese Lösung also nicht. Wenn ich 179€ bzw. 229€ für Kopfhörer ausgebe, dann sollten die meinen Ansprüchen auch voll und ganz genügen. Und das ist leider bei der Einheitsgröße der AirPods eben nicht der Fall. Wem diese passen, der wird sicherlich auch mit den "normalen" AirPods sehr glücklich. Aber Nummer sicher und wirklich genialen Sound bieten für mich nur die AirPods Pro.

Solltest du nach Silikonaufsätzen für deine AirPods der 1. oder 2. Generation sein, dann findest du die von mir getesteten von AhaStyle Silicone Cover beispielsweise hier bei amazon.de*.

Damit die Aufsätze nicht verloren gehen, werden sie mit praktischem Aufbewahrungsbeutel geliefert

Wie schlagen sich die Airpods Pro im Alltag?


Wie schon eingangs beschrieben begleiten mich die AirPods Pro immer auf dem Weg zur Arbeit. Gerade durch die aktive Geräuschunterdrückung sind die Kopfhörer insbesondere in öffentlichen Verkehrsmitteln ein Traum. Der Akku der AirPods Pro hält um die 5 Stunden und das Case hält nochmal weitere 24h Akkulaufzeit parat. Und wenn der Akku der AirPods Pro auf einem langen Flug doch mal ins Leere läuft, kann man mit fünf Minuten laden schnell für eine weitere Stunde Musikgenuss sorgen.

Aufladen lässt sich das Case bequem mittels Lightning-Kabel wie beim iPhone (liegt als Lightning auf USB-C-Kabel den AirPods Pro bei) oder Kabellos mit einem handelsüblichen Qi-Ladegerät.

Zudem unterstützen AirPods Pro die Audiofreigabe. Ich kann also beispielsweise zwei Paare AirPods mit meinem iPad koppeln und Unterwegs mit einer Person zusammen den gleichen Ton hören - praktisch, wenn man zusammen einen Film gucken will.

Sitzen auch bei Bewegung fest im Ohr

Mit den Airpods Pro laufen - Mein Fazit 


Im Gegensatz zu den AirPods sind die AirPods Pro auch zum Laufen super geeignet. Mein bisher längster Lauf mit den AirPods Pro war knapp über zwei Stunden lang und nichts drückt, nichts rutscht, alles passt.

Der Klang ist für mich als Laie echt herausragend. Insbesondere im Modus Geräuschunterdrückung überzeugen mich die AirPods Pro mit klarem Sound und präzisen Bässen. Das ist ein echtes Vergnügen.

Nicht ganz so vergnüglich - aber dennoch voll im Rahmen - finde ich den Preis von 279€, die Apple für die neuen In-Ear Kopfhörer aufruft. Das ist viel Geld, aber man bekommt eben auch eine Menge Musikgenuss. Die AirPods kosten im Vergleich dazu 179€ (bzw. 229€ mit Case für kabelloses Laden). Sollten man wert auf kabelloses Laden legen, dann lohnt sicher einer Ansicht nach der Aufpreis von 50€ zu den AirPods Pro auf jeden Fall. Ärgerlich ist es nur, wenn die Akkus irgendwann mal schlapp machen sollten. Denn dann kostet der Service je AirPod und für das Case 55€.

Zudem können die AirPods Pro nur mit Apple-Geräten mit ihrem vollen Komfort auftrumpfen. Die Logik im Hause Apple ist halt verständlicherweise Apple first. Mit Geräten fremder Hersteller ist der Funktionsumfang ggf. eingeschränkt. Das sollte man vor dem Kauf bedenken.

Und mit Wollmütze auf dem Kopf kämpfen die AirPods Pro auch. Das liegt daran, dass die Mikrofone für die aktive Geräuschunterdrückung bzw. den Transparenzmodus das Reiben am Stoff der Mütze aufnehmen und das den Musikgenuss durchaus stören kann. Im Winter also entweder die AirPods Pro auf "Aus" stellen, damit die Mikros nicht durch die Mütze irritiert werden oder auf eine Mütze verzichten, die die Ohren vollständig bedeckt.

Unterm Strich sind die AirPods Pro für mich ein wahres Multitalent und beglücken nicht nur im Alltag, sondern auch beim Sport. Insbesondere durch die Tips in drei Größen ist der Tragekomfort wesentlich gestiegen und durch den IPX4-Schutz kann man die AirPods Pro auch bedenkenlos beim Sport tragen. Ich werde noch viele schöne Läufe mit ihnen genießen.




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Mit AirPods Pro laufen - Apples AirPods im Test


Chicago Marathon - Laufen in der Windy City


Der Bank of America Chicago Marathon ist Teil der sechs World Marathon Majors. Das alleine ist für viele Läuferinnen und Läufer wahrscheinlich schon Grund genug, um mitlaufen zu wollen. Doch was bietet der Marathon darüber hinaus? Das habe ich in diesem Jahr versucht herauszufinden.

Was macht den Chicago Marathon aus?


Neben dem Fakt, dass der Chicago Marathon Teil der World Marathon Majors-Serie ist, ist er auch richtig schnell. Das beweisen unter anderem der Streckenrekord bei den Männern vom Kenianer Dennis Kimetto aus dem Jahre 2013 (2:03:45 h) sowie der in diesem Jahr von der ebenfalls aus Kenia stammenden Läuferin Brigid Kosgei aufgestellte überragende Frauenweltrekord über die 42,195 Kilometer (2:14:04 h).

Zudem hat Chicago selbst aber auch einiges zu bieten. Dazu aber später mehr. Besonders spannend finde ich, dass sich ein Großteil des Rennens in der Nähe der Loop (Quasi die Ringbahn von Chicago) abspielt. Man läuft gefühlt Sternförmig immer wieder aus der Stadt raus und rein. Das bietet vor allem den Vorteil, dass einen Familie und Freunde mit wenig aufwand an mehreren Punkten entlang der Strecke anfeuern können.

Wie kommt man an einen Startplatz?


Wie bei allen Majors, gibt es auch beim Chicago Marathon mehr Menschen, die mitlaufen wollen, als Startplätze. Insofern ist es gar nicht so leicht einen Startplatz zu bekommen.

Bereits Tage vorher begegnen einem Überall in der Stadt Plakate 
Die preiswerteste Variante für Jedermann ist die Lotterie. Diese beginnt kurz nach dem letzten Marathon Ende Oktober und läuft bis Anfang Dezember. Hat man hier Glück, darf man einen Startplatz bewerben (die Anmeldegebühr für den Marathon 2019 lag für non U.S. residents bei 230 $ - für US-Bürger geringfügig günstiger). Über die Lotterie einen Startplatz zu ergattern ist aber eher unwahrscheinlich.

Zum gleichen Preis, aber für einen deutlich eingeschränkten Personenkreis gibt es auch die Möglichkeit sich über seine Zeit zu qualifizieren. Die Zeitlimits sind zwar lockerer als bspw. in Boston oder Tokyo, trotzdem aber nicht ohne. Als Mann unter 30 Jahren muss man eine 3:05h vorweisen können, als Frau einen 3:35h oder besser. ABER: So eine Zeit bedeutet nicht automatisch, dass man dabei ist. Je mehr Läufer sich bewerben, desto weiter sinkt die Zielzeit. Weitere Infos findest du auch hier direkt beim Veranstalter.

Zudem kann man auch durch Spenden einen Charity-Platz ergattern. Hier siegt die Verrücktheit und wer am meisten sammelt, ist dabei. Kann man machen, bedeutet aber, dass man im Zweifelsfall mehrere Tausend Euro zusammenkriegen muss. Machbar, aber dann gibt es vielleicht doch noch eine günstigere Variante.

Den guten alten Reiseveranstalter. Hier sind die Plätze sehr begrenzt, dafür garantiert. Schnell sein lohnt sich, denn der Andrang ist groß. Genau wie der Preis. 2.500€ aufwärts muss man für einen Kurztrip inkl. Startnummer kalkulieren. Dafür hat man in den meisten Fällen ein Rundumsorglospaket und kommt entspannt durch das Wochenende.


Rahmenprogramm - was gibt es vor Ort zu erleben?


Wer den Marathon laufen will, bekommt am Freitag und Samstag seine Startnummer auf der Abbott Health & Fitness Expo im McCormick Place. Hier warten neben neben den großen Sponsoren wie Nike auch viele spannende kleinere Stände diverser lokaler und regionaler Aussteller rund um die Themen Sport und Gesundheit. Ein kleiner Foodcourt sorgt für die Energiezufuhr, damit man in Ruhe alles erkunden kann.

Auf keinen Fall sollte man sich den Chicago International 5K entgehen lassen. Dieser 5 Kilometer-Lauf findet am Samstag vor dem Marathon in der Innenstadt statt und ist quasi der Shakeout Run vor dem Marathon. Auf jeden Teilnehmer wartet neben der schicken Finisher-Medaille eine schön warme Mütze im Chicago-Desgin. Die Anmeldung kostet circa 35 $. Start ist um 7:30 Uhr am Daley Plaza.  Mehr Infos zu diesem Lauf bekommst in meinem oben verlinkten Blogpost zum Chicago International 5K.


Zudem bekommt man als Marathoni im Zeitraum um den Marathon Rabatte bei einigen Sehenswürdigkeiten in Chicago. Eins davon ist das Art Institute of Chicago. Dieses 1866 gegründete Kunstmuseum enthält viele berühmte Kunstwerke und weiß selbst nicht unbedingt kunstaffine Besucher zu begeistern. Ein Museum mit echtem Wow-Effekt!

Zudem bietet Chicago auch darüber hinaus noch einige Sehenswürdigkeiten, wie den beeindruckenden Ausblick aus dem 103. Stock des Willis Towers (412m Höhe). Und erst recht sollte man sich die Chicagoer Deep Dish Pizza nicht entgehen lassen. Die gibt es mittlerweile auch als vegane Variante bei der Pizzeria The Chicago House of 'Za.
Ein absolut Muss in Chicago - Deep Dish Pizza. Bei The Chicago House of 'Za vegan.

Die Organisation am Renntag


Das Rennen selbst ist typisch amerikanisch gut organisiert. Wer nicht direkt in Downtown Chicago wohnt, wird aller Wahrscheinlichkeit irgendwo auf der Loop ankommen. Von hier aus sind es zu Fuß nur wenige Meter bis zum Startbereich. Doch bevor man diesen betreten darf, wartet ein ausführlicher Sicherheitscheck auf einen. Zugelassen sind nur die durchsichtigen Kleiderbeutel, die man mit seiner Startnummer bekommt. Dieser wird vor Ort noch einmal gründlich inspiziert und das kostet Zeit. Obwohl ich rechtzeitig da war, waren die Menschenschlangen beim Sicherheitscheck extrem lang.
Das war nur die Spitze des Eisberges was die Schlangen vorm Security Check angeht..

Hat man diesen passiert, wartet schon das nächste Nadelöhr auf einen. Im Startbereich war die Toilettensituation für meinen Geschmack deutlich unterdimensioniert, weshalb ich Läufer (sowohl Männer als auch Frauen) gesehen habe, die noch kurz vorm Start IM Startblock gepinkelt haben. Was muss das muss. Aber angenehm ist anders und definitiv vermeidbar. Das kannte ich aus New York und London deutlich besser organisiert. Hier waren die schlangen doch eher übersichtlich.

Zum Glück wird man aber seinen Beutel schnell los und dann kann es auch schon Richtung Startblock losgehen. Ich durfte aus dem letzten Block der ersten von drei Startwellen starten. Das bedeutete, dass ich gegen 7:50 Uhr (offizieller Start ist um 7:30 Uhr) die Startlinie überqueren konnte.


Zeit für das Rennen - der Bank of America Chicago Marathon 2019


Wie bereits eingangs erwähnt, bietet die Strecke in Chicago ein besonderes Highlight. Sie ist beinahe sternförmig und führt immer wieder aus dem Stadtzentrum heraus und wieder herein. Dadurch können sowohl Anwohner von außerhalb, als auch Menschen in der Innenstadt anfeuern. Und gerade die Leute in der Innenstadt kommen dank der Loop schnell von A nach B und können an mehreren Streckenabschnitte anfeuern. Das ist ein echter Mehrwert und sorgt für starke Stimmung am Streckenrand.

Doch von der ach so schnellen Strecke merkt man zunächst nichts. Im Gegenteil. Die ersten Kilometer sind dank einiger Brücken halbwegs wellig, doch sobald man Richtung Norden aus der Stadt herausläuft, geht es rund. Nach und nach ebnet sich der Weg und klimatisch warten klassischerweise gemäßigte Temperaturen bei 5 bis 15 Grad auf die Läufer. Dadurch wird der Chicago Marathon richtig schnell. So schnell, dass hier Bestzeiten definitiv möglich sind, wenn einen der Wind nicht zu hart triff. Dieser hielt sich diesmal aber zum Glück zunächst zurück und so galt bei mir aller Fokus dem grandiosen Publikum und der um weite Strecken sehr ansehnlichen Strecke.

Der Veranstalter sprach tags darauf von weit über 1,5 Millionen Zuschauer (Berlin hat bei gutem Wetter circa 1 Mio.), was die Strecke zu einem einzigen Stimmungshotspot werden lässt. Und das bei 4 Grad morgens! Die Menschen in Chicago verdienen ein ganz großes Lob. So macht Marathon Spaß. Stimmungsmäßig ist der Lauf also eine reine Empfehlung.

Getragen von der guten Atmosphäre lässt sich die Strecke schnell bewältigen. So schnell. dass man es kaum mitkriegt, dass man sich schon kurz vorm Ziel befindet. Da signalisiert höchstens der Körper, weil er aus jedem Loch pfeift. Die Strecke lässt es ohne Ortskenntnis kaum vermuten, dass man schon nah am Grant Park ist. Und genauso war das auch bei der Stimmung (weil die schon über Kilometer zuvor super war). Insofern habe ich das erst gemerkt, also ich das Schild mit "600m" gesehen habe. 600 Meter vorm Ziel. Da muss man sich mental schnell auf den Schlussspurt vorbereiten. In Berlin und New York beispielsweise fühlt es sich schon deutlich eher nach "dicht am Ziel" an.

Nichtsdestotrotz fühlt sich der Zieleinlauf im Grant Park super an. Denn bei strahlendem Sonnenschein geht es auf breiten Straßen Richtung Erlösung.

Die Verpflegung


Für mich führt mittlerweile kein weg mehr an eigener Verpflegung vorbei. Zu oft hatte ich Probleme mit dem Magen. Deshalb konzentrierte ich mich bei den Verpflegunspunkten allein auf das Wasser. Dennoch gibt es von mir ein dickes Lob für die gesamte Verpflegungssituation. An insgesamt 19 Punkten (also ca. alle 2 bis 2,5km) gab es Wasser und Isodrinks. Und diese Stände waren so lang, dass eigentlich jeder ohne Stau direkt sein Getränk greifen und weiterlaufen konnte. Hier gab es echt nichts zu meckern. Und zudem gab es an vier Stationen ab der Halbmarathonmarke Verpflegung in Form von Obst wie Bananen und ich meine auch Äpfel und Orangen ausgemacht zu haben. Zudem wartete kurz vorm Kilometer 35 die Biofreeze Pain Relief Zone darauf, schmerzenden Läuferbeinen Erholung durch Kälte (in Form von Sprays) zukommen zu lassen.


Im Ziel angekommen


Bei aller Liebe zum Marathon bin ich nämlich auch froh, wenn es rum ist. Und die Zielverpflegung ist erste Sahne. Wasser und Isodrinks warten nach wenigen Metern. Genauso bekommt man eine Plastikfolie, damit man nicht auskühlt und wenige Meter später wartet auch schon ein Beutel mit Obst und Knabberzeug auf einen. Und wenn man denkt man hätte schon alles, kommt ein langer Stand mit Bierdosen im Design des Marathons. In Amerika. Alkohol mitten auf der Straße. Ohne Alterskontrolle. Für mich als Berliner Alltag (hier trinkt gefühlt jeder Zweite nachmittags sein Feierabend in der Bahn), in den USA etwas besonderes. Und das Bier besonders lecker. Vielleicht lag es aber auch daran, weil die Dose zum Sammeln einlädt und unter dem Logo des Marathons sechs Felder warteten, die von einem mit der Zielzeit __:__:__ ausgefüllt werden wollten.
Da ist das gute Stück

Etwas weniger gut fand ich, dass ich nach meiner Zielankunft rund 45 Minuten in der Schlange für meinen Kleiderbeutel anstehen musste. Gerade im nassgeschwitzten Zustand nach einem Marathon geht das gar nicht. Hier ist dringender Optimierungsbedarf, denn das habe ich echt bei keinem meiner 12 Marathons zuvor so schlecht organisiert erlebt.

Gut ist aber, dass Start und Ziel an einem Punkt sind. Das spart viel Zeit (verglichen mit der weiten Anreise wie in New York oder London) und Nerven. Und zudem kann man sicher sein, dass der Beutel auf der Strecke von A nach B nicht verloren geht.

Und genauso gefällt mir auch, dass es in Chicago keine Medaillengravur vor Ort gibt, sondern iTAB. Hierbei bekommt man ohne anstehen wenige Tagen nach dem Rennen eine kleine gravierte Platte, die man auf der Rückseite der Medaille befestigen kann. Dieser Spaß kostet 10 $. Nicht billig, aber schnell gemacht und deutlich günstiger als bspw. die 25 $ für die Gravur in New York beim Marathon). Zudem kann man diesen Service auch noch einige Wochen nach dem Marathon buchen.

Zeit für Party


Hat man sich endlich selbst besiegt und die 42,195 Kilometer beim Chicago Marathon erfolgreich gemeistert, wartet die Biofreeze 27th Mile Post-Race Party auf einen. Erst hatte ich mich gewundert, was hinter dem komischen Namen verbirgt. Aber vor Ort war ich sehr begeistert davon. Denn vor Ort war eine riesige Party im Grant Park organisiert. Mit Livemusik, Essen und Getränken kann man also vor Ort mit seinen besten zusammen auf den tollen Marathon anstossen und feiern. Tolle Idee, die mich sehr begeistert habe. Dementsprechend lange waren wir nach dem Rennen auch noch vor Ort. So eine Art von Party gefällt mir wesentlich besser als die in Berlin am Abend nach dem Rennen.
Gute Laune ist bei der Biofreeze 27th Mile Post-Race Party garantiert

Mein Fazit zum Chicago Marathon


Die Stimmung war echt grandios. Davon getragen hat es bereits zwei Wochen nach dem Berlin Marathon (3:21h) gleich noch einmal für eine neue Bestzeit bei mir gereicht. In 3:17h ging es für mich über den Rundkurs, der sich trotz Großstadt und mehr als anderthalb Millionen Zuschauern von der Atmosphäre her wie ein kleiner überschaubarer Lauf angefühlt hat. Und das meine ich absolut positiv. Ich habe mich beim Lauf direkt angekommen gefühlt und dadurch ist es einfach geflutscht. Zudem merkt man einfach bei Läufen in den USA, wie Sportverrückt die Menschen sind. Sowohl vor  als auch nach dem Rennen wird man als Marathoni mit höchster Achtung behandelt. Viele geben dir das Gefühl, du wärst ein außergewöhnlicher Held, weil du 42 Kilometer weit laufen kannst. Das ist echt Gänsehaut pur.

Zudem ist auch die Anmeldegebühr mit umgerechnet rund 200€ kein Schnäppchen, aber im internationalen Vergleich absolut im Rahmen. Denn in der Anmeldegebühr ist auch noch eine Laufshirt von Nike inkludiert. Nichtsdestotrotz hat mich Chicago nicht vollends überzeugt. Der Lauf war schön und die Stadt nett, aber irgendwie fehlte mir der besondere Kick, den zum Beispiel New York hat. Für einen schnellen Marathon würde ich noch einmal an den Start gehen, aber den kriegt man auch in Europa hin. Und Stimmungsmäßig ist und beim New York für mich die Messlatte.

Wie geht es für mich nun weiter?


Mein Ziel sind ganz klar die Majors. Irgendwann will ich gern noch Nummer 5 und Nummer 6 voll machen - Boston und Tokyo. Dafür brauche ich aber viel Geld. Oder schnelle Beine. Ersteres habe ich nicht, weiteres lässt sich womöglich antrainieren. Denn für Boston hätte ich beim letzten Marathon Beispiel eine Zeit unter 2:58h gebraucht, um mich über die Zeit qualifizieren zu können. Und dabei bin ich stolz, nach vielen Jahren endlich auf eine 3:17h gekommen zu sein. Und noch einmal 20 Minuten davon abzureißen wird hart. Verdammt hart. Aber zum Glück bin ich ja nicht jung und habe viel Zeit. Bis dahin warten sicher noch viele andere schöne Läufe auf dieser Welt auf mich, die gelaufen werden wollen. Insofern halte ich die Augen auf. Manchmal wartet das Gute ja schon auf einen und will nur entdeckt werden..

Weiterhin mein Ziel: Die Six Star Medal