Reebok Ragnar Wattenmeer 2019


Anzeige: Meine Teilnahme am Ragnar Relay Wattenmeer wurde netterweise von Reebok unterstützt.

Auf ein Neues! 2018 fand zum ersten Mal der Staffellauf Reebok Ragnar Wattenmeer von Hamburg nach St. Peter-Ording statt (hier geht's zum Blogpost). Mit ganz viel Regen und noch mehr Wind war das Wetter beim Einstand des in Deutschland neuen Staffellaufs alles andere als Läuferfreundlich, weshalb ich mit dem Race noch eine Rechnung offen hatte. Und am 31. August war es endlich soweit.
Foto: Reebok // Klaus Heinzler


Die Vorgeschichte


Das diesjährige Race begann für mich schon im Frühjahr. Geplant war nämlich, dass Paula, Laura und ich jeweils gemeinsam mit Reebok einen Starplatz in unserem 10er-Team verlosen und uns anschließend alle gemeinsam auf die Strapazen des Ragnar Wattenmeers vorbereiten. Gesagt, getan. Nachdem die Crew zusammengestellt war, hatten wir noch circa drei Monate Zeit, um uns umfangreich fit zu machen. Denn in insgesamt vier Telefonaten mit dem ganzen Team haben Paula, Laura und ich unsere Erfahrungen zu den Themen Ernährung, Mindset und Training geteilt. um uns möglichst ganzheitlich auf das Rennen vorzubereiten und alles Organisatorische zu regeln. Zudem hat uns Louisa von Naturalou in einem Call zum Thema "Nachhaltigkeit während des Rennens" fit gemacht.

In der Folge haben wir immer wieder unsere Trainingserfolge per WhatsApp-Gruppe geteilt und uns gegenseitig zum Training und zu Höchstleistungen animiert, bis Tag X endlich vor der Tür stand.

Und das mit Erfolg. Denn unser Team bestand sowohl aus sehr erfahrenen Läuferinnen und Läufern, aber auch Einsteigern, die erst vor wenigen Monaten mit dem Laufen angefangen haben. Doch jeder hat sich fleißig vorbereitet und so konnten wir bestens trainiert und hoch motiviert auf das Wochenende im hohen Norden zugehen. Und hier gab es nur ein Ziel..


Gemeinsam von HH nach SPO laufen


10 Jungs und Mädels in zwei Vans. Jeder läuft drei unterschiedlich lange Teilstücke (sog. Legs) der Gesamtdistanz von etwas über 250 km, wobei die Distanz aller drei Legs eines Läufers zusammen zwischen 20,7 km und 34,9 km liegen, wodurch auch ein Team mit deutlich unterschiedlich starken Läufertypen gut an den Start gehen kann. Das ist Ragnar. Zudem gibt es eine Ultravariante, bei das Team nur aus 5 Sportlern bestehen darf und jeder die doppelte Anzahl an Legs absolviert.

Der Start war dieses Jahr wieder in Hamburg am Fischmarkt, von wo es zunächst in einer Schleife vorbei an Alster, Planten un Blomen und Reeperbahn durch die Stadt ging, bevor wir Läufer immer  fast nur noch die Elbe entlang Richtung Nordsee und dann über den Deich in Richtung St. Peter-Ording liefen.
Immer gute Laune im Gepäck - Foto: Reebok // Klaus Heinzler


Was Ragnar zu Ragnar macht


Jetzt magst du vielleicht denken: "10 Läufer. Jeder im Schnitt 25km. Klingt doch easy. Besonders wenn das auch noch auf drei Etappen aufgeteilt wird."
Um ehrlich zu sein denke ich ich an 51 von 52 Wochenenden im Jahr auch so. Wenn da nicht ein kleines großes Aber wäre...

ABER Nr. 1: Das Wetter ist unberechenbar. Letztes Jahr gab es fast durchgängig Regen, teilweise Sturm. Dieses Jahr hatten wir am Samstag schönsten Sonnenschein. Mit über 30 Grad war es tagsüber fast schon zu heiß zum Laufen, da ist extreme Vorsicht und viel trinken wichtig. Nachts gab es ordentliches Gewitter und am nächsten Tag warteten nur noch rund 20 Grad auf uns. Darauf muss man sich einstellen. Auch Kleidungstechnisch.

ABER Nr. 2: Schlafentzug. Diesmal konnte ich fast anderthalb Stunden schlafen. Letztes Jahr keine einzige Sekunden. So oder so ist das für den Körper zu wenig. Bei uns war es zum Glück trotzdem  sehr harmonisch im Bus, aber das kann die Nerven strapazieren und man sagt vielleicht mal was, was man eigentlich nicht so meint. Die Stimmung kann gereizt sein. Das macht es in der Folge nicht leichter.

ABER Nr. 3: Essen ist schwierig. Die Veranstalter sorgen an vielen Punkten für Verpflegung. Jedoch würde ich mich nie komplett darauf verlassen. Grundsätzlich ist so ein langer Lauf mit viel Anstrengung für den Magen-Darm-Trakt verbunden. Carbs tanken, Laufen. Carbs tanken, Laufen. Carbs tanken, Laufen. Carbs tanken... Alles nicht so leicht. Gerade weil herzhaftes Essen schnell schwer im Magen liegt. Und weil der Körper unter Stress steht und womöglich anders auf gewohnte Nahrung reagiert, als er es normalerweise tut. Also greift man oft zu Obst und Riegeln, die am Ende meist doch recht süß sind. Spätestens am nächsten Morgen hat der Körper darauf auch keine Lust mehr. Und man läuft mit weniger im Tank, als es einem lieb wäre. Zumindest war das bei mir in den letzten beiden Jahren so.

ABER Nr. 4: Wenig Platz im Van. In der Regel fahren jeweils fünf Teammitglieder in einem Van. Wir hatten wieder einen Wagen in Größe eines Bullis. Viel Platz ist da drin am Ende auch nicht. Dadurch gibt es weder Rückzugsmöglichkeiten, noch die Möglichkeit bequem zu schlafen. Die Alternative: Man pennt draußen. Ist nur doof, wenn es regnet. ;-)

ABER Nr. 5: Drei kurze Etappen läuft man am Ende doch härter als eine längere Etappe. Dadurch ist die Belastung für den Körper wesentlich höher. Laktatparty vom Feinsten!

ABER Nr. 6: Sich verlaufen. Die Strecke finden ist nicht immer so leicht. Grundsätzlich ist der Streckenverlauf gut ausgeschildert. Aber es gehört beinahe zum guten Ton, sich auch mal zu verlaufen. So werden aus 9 km schnell mal 10 km. Passiert nicht oft, aber man darf es nicht ausschließen.

ABER Nr. 7: Und dann ist da noch die Kombination aus allen eben aufgezählten Faktoren.

Klingt nach Spaß? Ist es auch! Ich würde sofort wieder an den Start gehen. Denn all die vermeintlichen Herausforderungen machen der Reiz erst so richtig aus.

Genau wie die gemeinsame Deko des Vans. Damit beginnt das eigentliche Race in Hamburg so richtig. Und schaut mal wie schön unsere Vans dieses Jahr waren..
Kurze Fotopause beim Dekorieren der Vans Foto - Reebok // Klaus Heinzler

Same same but different


Wie gesagt durfte ich bereits 2018 beim ersten Ragnar in Deutschland an den Start gehen. Damals war ich in Van 2 als Schlussläufer dabei. Das hatte zur Folge, dass ich meinen ersten Lauf erst gegen 21 Uhr im Dunkeln absolviert habe, während die ersten in unserem Team schon kurz nach Mittag gestartet sind.

Diesmal war ich in Van 1 dabei und zweiter Läufer in unserem Team. Dadurch geht man den Tag ganz anders an, ernährt sich anders und nimmt das Race irgendwie auch anders wahr. Denn diesmal durfte ich im Hellen starten, war gegen 23 Uhr mit meinem zweiten Leg durch (und konnte eigentlich nur deshalb auch mal für ein paar Minuten meine Augen zumachen, da der nächste Lauf erst gegen 5 Uhr anstand) und hatte meinen dritten Lauf zur schönsten Tageszeit. Dieser war gleichzeitig mit 17 km Länge auch der längste Leg des ganzen Races und führte mich von circa. 5:15 Uhr bis 6:30 Uhr bei Tagesanbruch durch ein fabelhaftes Naturschutzgebiet. Auch wenn der Himmel wolkenbehangen war und deshalb leider kein schönen Sonnenaufgang als i-Tüpfelchen zu sehen war, war es für mich doch der schönste der Insgesamt 6 Legs, die ich bisher bei Ragnar Wattenmeer laufen durfte.
Immer mit Spaß bei der Sache - Foto: Reebok // Klaus Heinzler


Auf zum Zieleinlauf


Gemeinsam am Start. Gemeinsam ins Ziel. Sonst geht man als Team leider eher getrennte wegen. Denn wenn man als 10er-Team mit zwei Vans an den Start geht, hat man mit dem anderen Van leider nur wenige Berührungspunkte. Grundsätzlich versucht man natürlich so viel wie möglich sich gegenseitig bei Ragnar anzufeuern, aber so richtig Teamgefühl kommt nur an den Major Exchange Points auf, wo der letzte Läufer eines Vans an den ersten des anderen Vans übergibt.

An der Wechselpunkten dazwischen ist man als gerade nicht beteiligter Van aufgrund von Platzmangel leider eher nicht gern gesehen (was natürlich verständlich ist). Und die Begleitung der Läufer auf der Strecke ist auch nicht gerade sinnvoll (Staugefahr) bzw. am Deich gar nicht erst möglich. Alles gute Gründe, trotzdem finde ich das ehrlich gesagt etwas schade.

Ansonsten geht es bei Ragnar aber auf ganzer Linie nur ums Team. Man supportet sich gegenseitig. feiert zusammen, motiviert sich, leidet aber auch gemeinsam. So wie Ragnar schweißen nur wenige Erlebnisse in kurzer Zeit derart zusammen.

Besonders cool finde ich bei Ragnar immer, dass jeder eine Medaille mit einem anderen Spruch drauf kriegt. Auf meiner steht dieses Jahr: "Wir glauben, dass aus den wildesten Erfahrungen die besten Geschichten entstehen." Das eigentlich besondere ist aber, dass die Medaille aller 10 Läufer zusammen wiederum eine große Medaille mit einem gemeinsamen Spruch ergeben ("Zusammen können wir alles erreichen. Wir sind Ragnarians"). So schön wie als Ganzes ist sie aber nur wieder, wenn alle Läufer eines Teams zusammenkommen.

Insgesamt war Ragnar wieder ein mega Race für mich, wenn auch deutlich außerhalb der  Komfortzone. Und wenn du mich fragen würdest, ob ich wieder starten würde, meine Antwort wäre ein klares JA!!! Es lohnt sich absolut. Nach zwei Jahren Wattenmeer in Folge wird es nächstes Jahr aber glaube ich Zeit, um über den Tellerrand hinaus zu schauen und in einem anderen Land zu starten.

Geschafft. Sowohl wir als auch das Rennen - Foto: Reebok // Klaus Heinzler




Auf einer Strecke mit dem besten Radsportlern der Welt - die EuroEyes Cyclassics Hamburg


Anzeige - Meine Teilnahme bei den EuroEyes Cyclassics wurde von Alpecin Cycling unterstützt.


Moin Hamburg. Tach Cyclassics. Letztes Wochenende war ich gemeinsam mit Alpecin Cycling beim größten Radrennen Europas am Start und ganz ehrlich: Es war eines der schönsten Wochenenden des Jahres für mich. 
Team Alpecin Cycling kurz vorm Start der Cyclassics - Foto: Stefan Rachow // Alpecin

Denn kaum war ich am Freitag im Hotel angekommen, ging es auch schon los. Ein Großteil war schon da und obwohl für den frühen Nachmittag noch keine Ausfahrt geplant war, gab es trotzdem eine. Das ist genau nach meinem Geschmack, spontan ist immer noch am besten. Also schnell in die Radsache geschlüpft und raus zum Rest des Teams. Wow, hier stand auch schon das Rad meiner Träume. Genau wie bei meinem Besuch der Tour de France gemeinsam mit Alpecin Cycling vor anderthalb Monaten (hier geht's zum Blogpost) wartete wieder die Black Beauty auf mich - ein Canyon Aeroad CF SL 8.0 Disc mit Ultegra Di2-Schaltgruppe in all Black. Damit konnte an diesem Wochenende eigentlich nicht viel schief gehen. Nach zwei Handgriffen war das Rad mehr oder weniger auf mich eingestellt und ich bereit für die erste gemeinsame Ausfahrt des Wochenendes. Und hier kommt auch schon das nächste Wow! Ich wusste gar nicht, dass Hamburg sooo grün ist! Unser Hotel lag nämlich direkt an den Elbbrücken und von hier aus ging es immer entlang des Elbdeichs in Richtung Osten. Lockere Tour, nette Gespräche mit einer bunt gemischten Truppe, das nenne ich mal einen entspannten Tag. Perfekt,  um am nächsten Tag wieder Spaß auf dem Rad haben zu haben.

986 km in sechs Tagen


So viel wurde es für uns dann zum Glück doch nicht an diesem Wochenende. Allerdings für die gut 20 Teilnehmer des diesjährigen Deutschland Rush, die innerhalb von sechs Tagen vom Hamburger Rathausmarkt bis zum Kitzbüheler Horn fahren und dabei gut 10.400 Höhenmeter bezwingen wollen. Startschuss war am Samstagmorgen gegen 10 Uhr und damit die Jungs und Mädels die Unterstützung bekommen, die sie verdienen, haben wir sie auf den ersten Kilometern raus aus Hamburg begleitet. Denn für die Teilnehmer des Deutschland Rush stehen nun an den ersten 5 Tagen jeweils rund 180 km und am letzten Tag noch einmal um die 80 km an - diese dann aber mit wesentlich mehr Höhenmetern, nämlich rauf auf das ca. 2.000 Meter hohe Kitzbüheler Horn.

Spaß am Deich - Foto: Stefan Rachow // Alpecin
Die erste Ausfahrt des Tages führte uns weitere 40 km durch Hamburg und Umgebung. Man war das schön! Und weil es so schön war - im wahrsten Sinne, denn das Wetter war mit circa 30 Grad Celsius einfach mega - ging es Nachmittags noch einmal über 40 km weiter den Deich entlang eine zweite Runde einrollen. Damit waren die Beine dann endgültig für Sonntag gelockert und der Kopf hattet richtig Lust auf mehr. Aber nicht nur das. Katusha-Profi Nils Politt hat uns auch noch einen Teil der Strecke auf dem Rad begleitet, bevor er in seinem eigenen Tempo davongebraust ist. So dicht kommt man dem Profiradsport selten. Das macht echt Spaß, wenn man mal ein paar Meter zusammen mit dem Zweitplatzierten der diesjährigen Ausgabe von Paris-Roubaix rollen kann.

Professioneller Besuch mit am Start - Foto: Stefan Rachow // Alpecin 


Aber das war noch nicht alles. Dieses Wochenende ging es so richtig auf Tuchfühlung mit dem Profiradsport. Nach der zweiten Ausfahrt am Sonntag stand die Besichtigung des Teambusses vom Team Katusha Alpecin und ein Q&A mit Sprintlegende Erik Zabel an, der Performance Director bei Katusha Alpecin ist und gleichzeitig auch für das Team am Sonntag der sportliche Leiter sein sollte.

Unter anderem ging es darum, wie es TKA macht, wenn - wie in diesen Tagen - mehrere Rennen parallel stattfinden. Denn währen derzeit die Vuelta a Espana für Spannung sorgt, finden gleichzeitig bspw. auch die Cyclassics und die Deutschland Tour statt. Genau deshalb hat TKA zwei Busse mit mehreren Fahrern, die jeweils ca. 150.000 Kilometer im Jahr unterwegs sind. Und wenn mal kein Race ansteht, sind beide bei Katusha in Belgien untergebracht. Aber das nur mal am Rande. Denn gleichzeitig ging es im Talk auch um die Entwicklung von Bikes, Innovationen der letzten Jahre und die Unterschiede zu alten Carbonbikes zu Zeiten von Erik Zabel. Genauso aber auch, wie sich ein Profiteam auf so ein Race vorbereitet, wie die Taktik für das Rennen abgestimmt wird, etc. Einfach ein spannender Einblick.

Und da wir in einem Hotel mit sämtlichen Profis untergebracht waren, die Sonntag an den Start gehen sollten (inkl. Peter Sagan 😊), gab es hinterher ein gemeinsames Abendessen. Hierbei konnte man sich noch einmal ein bisschen was bei den Pros abgucken. Besonders auffällig fand ich, dass es nur Wasser gab. Zwar mit und ohne Sprudel, aber das war es dann auch schon an Auswahl. Keine Säfte. Keine Softdrinks. Und natürlich erst recht nichts mit Alkohol, klar! Also gab es das für uns natürlich auch nicht. 

Endlich Vollgas geben


Die ersten beiden Tage in Hamburg waren wie im Flug vergangen. Nachdem wir Freitagabend extra nur kurz unterwegs gewesen und nach dem Essen bei Cuneo in der Davidstraße nicht länger über die Reeperbahn gezogen sind, um Sonntag fit zu sein, war die letzte Nacht dennoch wie gewohnt etwas kürzer. Nicht, weil wir noch lange feiern waren, sondern einfach weil ich vor so einem Tag etwas schlechter einschlafe und früh aufstehen angesagt ist. Das Race sollte für uns um 8.25 Uhr starten, also begrüßte mich mein Wecker um 5:30 Uhr und das frühstmögliches Frühstück folgte um 6:30 Uhr, bevor es endlich zum nur circa 10 Minuten entfernten Startbereich an der Außenalster ging. 
Kurz vor dem Start. Motivation Level 100 - Foto: Stefan Rachow // Alpecin

Für jeden etwas dabei


Die 1996 gegründeten Cyclassics gelten als eines der größten Eintagesrennen und bieten neben einem Profirenen diverse weitere schöne Rennen auf voll abgesperrten Strecken in und um Hamburg. Dieses Jahr warteten auf die Jedermänner die Rundkurse über 60, 100 und 160 Kilometer. Dabei gibt es jeweils eine Strecke über 60 du über 100 Kilometer. Und wer die 160 km fahren will, fährt erst die lange und dann noch einmal die kurze Strecke.

Besonders positiv fiel mir der lockere Start auf, den ich als wesentlich unaufgeregter empfand, als ich es sonst teilweise schon bei anderen Rennen erlebt und vor allem hier in Hamburg auch erwartet hatte Aber die Straßen waren zu Beginn einfach schön breit und die recht kleinen Startblöcke super, um schnell rauszukommen.

Auf dem Weg nach vorne 😎 - Foto: Stefan Rachow // Alpecin
Nach dem Startschuss ging es innerhalb von Sekundenbruchteilen richtig los, denn alle waren on fire. So sehr sogar, dass ich nach ca. 20km zum ersten Mal dem für mich doch extrem hohen Tempo Tribut zollen musste und die ersten Gedanken kamen, dass ich diesen Tempo wohl nicht über weitere 80 Kilometer schaffen würden. Denn bis dahin waren wir die ganze Zeit über mit einem Schnitt zwischen 43 und 45km/h unterwegs. Aber wenn ich den Anschluss an die Gruppe verlieren würde, wäre es das wahrscheinlich auch mit dem Rennen für mich gewesen. Wer weiß, ob da noch eine Gruppe in meinem Tempo käme? Doch zum Glück wurde das Feld in den nächsten Minuten etwas ruhiger, es gab nicht mehr so viele Ausreißer, die richtig pushen wollten und so wurde es für mich etwas entspannter. Bzw. wurde ein Tempo gefahren, dass ich gut mithalten und bei dem ich auch immer mal wieder die Führung übernehmen konnte. Das machte richtig Spaß, denn wir hatten ein gutes Tempo drauf und die Jungs um mich herum waren auch alles relativ vernünftige und vor allem sichere Fahrer, sodass wir ohne groß brenzlige Situationen schön weiter durchziehen konnten.  Dadurch verging die Zeit wie im Flug und die ersten Stunde auf dem Rad mit einem Schnitt von gut 42km/h.

Dann sollten aber einige Hügel kommen, mit denen ich gar nicht gerechnet hatte. Alles recht harmlos und ohne großen Tempoverlust machbar, aber man merkt es eben doch, wenn man auf etwas welligem Terrain unterwegs ist und so schnell mal fast 500 Höhenmeter zusammenkommen. Das hatte ich im Platten Land so nicht erwartet. Aber auch hier wurde natürlich durchgezogen.
Vollgas mit dem Canyon Aeroad CF SL 8.0 Disc Di2 - Foto: Stefan Rachow // Alpecin


Schneller als gedacht..


.. verging auf jeden Fall auch die zweite Hälfte des Rennens. Da ich ja noch nicht so lange fahre und erst vor 2 Monaten wirklich angefangen habe regelmäßig und mehr zu fahren (bis Juni dieses Jahres bin ich gerade einmal 700km gefahren), hatte ich mit einem Schnitt von 36-39km/h gerechnet. Doch da ich ein gutes Gefühl in den Beinen hatte und zum Glück kein Krämpfe bekam, wurde es zu einem super Rennen mit richtig viel Spaß in unserer kleinen Gruppe auf der Strecke. Hier habe ich auch Chris aus Kiel kennengelrnt, der selbst erst im letzten Oktober mit dem Radfahren angefangen hat und mit dem ich die ganze Zeit zusammen gefahren bin. Zusammen haben wir die insgesamt 101,8 Kilometer in einem Schnitt von 41,54km/h erreicht, was eine Zeit von 2:27:04 h  bedeutet. Und damit bin ich natürlich mehr als nur zufrieden. Ich habe richtig Blut geleckt und hoffe, dass ich diese Leistung nächstes Jahr noch etwas nach oben pushen kann.
Zusammen mit Daniel von Sports-Insider.de im Ziel - Foto: Stefan Rachow // Alpecin

Immerhin gibt es ja mit dem kürzlich vom SCC neu angekündigten VeloCity Berlin am 13. & 14. Juni 2020 endlich wieder ein größeres Radrennen in Berlin geben. Darauf werde ich natürlich hin trainieren. Und anschließend bestimmt wieder zu den Cyclassics nach Hamburg kommen. Einfach, weil Hamburg eine mega Stadt ist und ich total gern da bin.

Hamburg, es war mir ein Vergnügen. Rund 325 Kilometer wurden es dieses Wochenende. Und
hoffentlich bald mehr. Bis bald! Am liebsten natürlich gemeinsam mit dem Team von Alpecin Cycling, mit denen ich dieses Jahr einige unvergessliche Radsportmomente erleben durfte.

Schöne Strecken in der Natur - Foto: Stefan Rachow // Alpecin

Kurz vor dem Ziel auf der Mönckebergstraße -  Foto: Stefan Rachow // Alpecin

Geschafft! -  Foto: Stefan Rachow // Alpecin

Die Medaille ist einfach der Hammer -  Foto: Stefan Rachow // Alpecin




Gewinne ein komplettes Laufoutfit von arena


Dieser Blogpost wird unterstützt von arena


Zum sechsten und vorerst letzten Mal darf ich auch diesen Monat wieder gemeinsam mit arena ein komplettes Laufoutfit verlosen. Nachdem im es im Juli ein Laufoutfit für Männer gibt, sind diesen Monat wieder die Frauen dran. Der perfekte Stoff, um auch zum Ende der Saison hin noch einmal Vollgas zu geben. 😉

Gewinne ein komplettes Laufoutfit von arena


Das Outfit besteht aus einem Shirt, einer Shorts, einer Jacke und einer Cap (Abb. ähnlich).
Das Gewinnspiel selbst läuft über Instagram. Checke einfach das hier verlinkte Gewinnspielfoto.


Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Anzeige I Die Laufsaison neigt sich langsam dem Ende entgegen. Das ist aber kein Grund schlapp zu machen. Ganz im Gegenteil, denn gerade im Spätsommer und Herbst stehen noch einige richtige Highlights wie bspw. der #BerlinMarathon an. 🔥 Also gibt es keine Alternative als in deine Laufsachen zu schlüpfen, die Laufschuhe zu schnüren und draußen Spaß zu haben. 😊🎉 Und damit das so richtig gut wird, darf ich auch diesen Monat noch einmal gemeinsam mit @arenagermany ein wunderschönes Laufoutfit verlosen. Diesen Monat für Frauen, bestehend aus einem Shirt, einer dünnen Jacke für kalte Tage, einer Shorts und einer Cap (ähnlich Foto 2). 🎁🎉 Und so kannst du gewinnen.. 1️⃣ Folge @arenagermany und @kulikeljudi 2️⃣ Verlinke hier in einem Kommentar deinen Laufbuddy. 3️⃣ Und verrate mir gleichzeitig in diesem Kommentar, warum du ein neues Laufoutfit von @arenagermany gebrauchen könntest. Das Gewinnspiel läuft bis Sonntag (01. September 2019 um 19:59 Uhr). Es gelten bestimmte Bedingungen siehe: http://www.runwithlars.de/2019/08/arena-gewinnspiel.html Viel Glück 😊 #arenasportswear #arenarunningcrew #laufen
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Teilnahmebedingungen


1. Das Gewinnspiel wird von mir - Lars Sonnemann (Kontaktdaten siehe Impressum) - mit freundlicher Unterstützung von arena veranstaltet und steht in keiner Verbindung zu Facebook oder Instagram, außer, dass Instagram die Plattform für das Gewinnspiel stellt.
2. Zu Gewinnen gibt ein Frauen-Laufoutfit bestehend aus einem Shirt, einer Hose, einer Jacke und einer Cap.
3. Das Gewinnspiel beginnt am 28.08.2019 und endet am 01.09.2019, 19:59 Uhr. Der/ die Gewinner/in wird zeitnah bekanntgeben. 
4. Teilnehmen darf, wer älter als 18 Jahre alt ist und in Deutschland wohnt. 
5. Um zu gewinnen, muss am Gewinnspiel wie oben beschrieben teilgenommen werden.
6. Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt, dem kann der Gewinn nicht überreicht werden. 
7. Wenn sich der Gewinner bzw. die Gewinnerin nicht innerhalb 14 Tage meldet, verfällt der Anspruch auf den Gewinn und der/die nächste Gewinner/in wird gezogen.
8. Eine Barauszahlung erfolgt nicht, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
9. Änderungen oder ein kurzfristiger Abbruch des Gewinnspiels behalte ich mir als Veranstalter vor.
10. Die im Rahmen des Gewinnspiels notwendigen Daten werden nur zur Gewinnübergabe genutzt. Diese werden nur so lange aufbewahrt, wie für das Gewinnspiel notwendig und anschließend gelöscht.
Viel Erfolg.



Inside Tour de France - Zeitmessung beim größten Radsportevent der Welt

Anzeige - Mein Besuch bei der 6. und 7. Etappe der 106. Tour de France wurde netterweise von Tissot unterstützt.
Im Ziel der 6. Etappe der Tour de France // Foto: Lars Wehrmann (Tissot)
Heute ist es soweit: Nach drei spannenden Wochen endet mit der 21. Etappe die diesjährige Tour de France. Der 22-jährige Kolumbianer Egan Bernal fährt in Gelb die 128 km lange Etappe von Rambouillet nach Paris und wenn er nicht noch stürzt oder aus einem anderen Grund aufgeben muss, dann ist ihm der Sieg der Tour eigentlich nicht mehr zu nehmen. Traditionell wir der Gesamtführende auf der letzten Etappe nicht mehr attackiert und auch in der Sprint- und Bergwertung wird sich heute nichts mehr rühren, viel Spannung ist deshalb heute Abend also nicht mehr zu erwarten.

Dafür waren für mich dieses Jahr ganz andere Etappen besonders spannend. Und das hat einen ganz simplen Grund - bei diesen durfte ich das Rennen nämlich live vor Ort verfolgen und die Fahrer teilweise Hautnah kennenlernen. Und dazu gehörte neben dem Grand Depart in Brüssel am 6. Juli (hier kommst du direkt zum Beitrag) auch die 6. Etappe von Mulhouse zur Planche des Belles Filles am 11. Juli. Denn dank Tissot durfte ich bei dieser nicht einfach nur vor Ort sein, sondern selber über die Strecke befahren und kurz vor den Profis die Ziellinie queren, einen Einblick in das Chronopole bekommen und am nächsten Tag auch noch das Fahrerlagen besuchen. Aber fangen wir am Anfang an.

Eine Menge Aufwand


Bekanntlich startet und endet die Tour bis auf wenige Ausnahmen täglich an einem anderen Ort. Das bedeutet neben vielen schönen Strecke in den unterschiedlichsten Regionen Frankreichs vor allem einen hohen organisatorischen und logistischen Aufwand. Denn tonnenweise Equipment wollen bei diesem Rennzirkus jeden Tag bewegt und neu auf- und später wieder abgebaut werden. Dazu gehört neben der Bühne für das Siegerpodest, all den Werbebanden, Zäunen eben auch die Technik für die Zeitnahme. Und damit dabei nichts schief geht, erfolgt die Zeitmessung auf jeder Etappe mit Netz und doppeltem Boden. Das heißt, dass sämtliches Equipment doppelt vorhanden ist und die Zeitnahme doppelt erfolgt, damit beim Ausfall des einen Systems noch das andere System weiterarbeitet. Und damit jeden Tag alles rechtzeitig aufgebaut ist, gibt es diesen ganzen Zirkus nicht nur einmal, sondern ebenfalls doppelt. Somit bleibt immer ein Tag zum Aufbauen der nächsten Etappe, während die aktuelle gerade gefahren wird. Und was dafür alles so aufgebaut wird, konnten wir live vor Ort begutachten. Dafür war aber ganzer Körpereinsatz gefragt, denn wer sich die Technik im Ziel anschauen will, muss auch zum Ziel kommen und das haben wir auf dem Rad erledigt.

 Foto: Lars Wehrmann (Tissot)

Einmal im Leben ein Etappe der Tour de France fahren


Das konnten wir. Zumindest teilweise. Denn Teil der Inside Tour de France Radtour sind eben auch die letzten 30 km der Etappe des jeweiligen Tages. Und das war für uns die Strecke von Servance zur Planche des Belles Filles mit mit fast 1.300 positiven Höhenmetern. Auf jeden Fall knackig. Wäre da nicht der Schummelmotor des E-Bikes gewesen. Das war natürlich etwas schade, denn richtig cool wäre es erst recht gewesen den Anstieg mit dem Rennrad aus eigener Kraft zu bewältigen. So schwitzte man zwar weniger, dadurch hatte die Fahrt aber auch nicht ganz so das Radsportfeeling, wie es möglich gewesen wäre. Und vor allem war man auch der Häme des französischen Publikums ausgeliefert, die uns (natürlich auch ein Stück weit zurecht wie ich finde) mit allerhand kritischen Bemerkungen und teilweise auch üblen Beleidigungen (das muss wiederum nicht sein) und Buhrufen übersäten, während sich andere neben uns die Berge mit ihren Rennrädern hoch quälten. Aber gut, das ist nunmal so und da stehe ich drüber. Erst recht wenn ich keine anderen Wahl habe. Spaß hat es nämlich trotzdem gemacht. Und da einen die Bikes nur bis 25 km/h unterstützt haben, musste man bei dem schweren Gewicht umso mehr treten, wenn man ein bisschen Tempo extra raufkriegen wollte. Bergab zog einen das Gewicht des Rennrads umso mehr. Da waren sogar 74,2 km/h in der Spitze auf der abgesperrten Strecke für mich möglich. Da hat das Citybike aber ganz schön geflattert, ähnlich wie meine Nerven. Mit Klickern im Roadbike wäre bestimmt noch einiges mehr möglich gewesen, da ich mich darauf einfach sicherer fühle. Nichtsdestotrotz will ich euch ein paar coole Shots aus den Bergen nicht vorenthalten.


 Foto: Lars Wehrmann (Tissot)

Die Strecke gleicht einem extrem langen Campingplatz  // Foto: Lars Wehrmann (Tissot)

Mit bis zu 74 km/h bergab  // Foto: Lars Wehrmann (Tissot)
Kurz vor der Ziellinie  // Foto: Lars Wehrmann (Tissot)

Auf ins Chronopole 


Nach einer kleinen Erfrischung in Plancher-les-Mines ging es weiter mit dem Rad in Richtung Zielankunft. Insbesondere die letzten 1.000 Meter hatten es in sich. Denn hier ging es nicht nur mit bis zu 24% Steigung hoch, sondern auch noch auf festgefahrenem Schotter, der sich beim rüberfahren als gar nicht mal so fest erwiesen hat. Und das verlangte nicht nur uns alles von uns ab, sondern auch den Profis. Andre Greipel musste beispielsweise sogar sein Rad nach den 160,5 km über die Ziellinie tragen. 😄


Doch nachdem wir diesen Kraftakt bewältigt hatten, durften wir endlich einen Einblick in das Chronopole erhalten. So nennt sich das kleine Häuschen an der Ziellinie, in dem alle Fäden der Zeitmessung zusammenlaufen. Hier steht quasi das Hirn der Tour, denn hier sitzen die Kollegen von Swiss Timing, einer Schwestergesellschaft von Tissot, die sich um die Zeitmessung kümmern. Und diese haben nicht nur die Gesamtwertung im Blick, sondern auch die Berg- und Sprintwertungen mitten im Rennen.
So sieht das Chronopole an der Ziellinie aus // Foto: Lars Wehrmann (Tissot)


Wie Funktioniert die Zeitmessung bei der Tour de France?


Swiss Timing misst die Zeiten der Fahrer mittels eines ausgeklügelten Computersystems, dass die Fahrer anhand der Transponder an ihren Rädern, genau wie über Kameras und Lichtschranken erfasst. Und wie bereits eingangs erwähnt, erfolgt die gesamte Zeitmessung zweifach und mit Notstromaggregaten gesichert, damit nichts schiefgehen kann.

Bereits während des Rennens versorgt das Signal von Swiss Timing die TV-Sender, Internetportale, etc. mit der Zeitmessung in Echtzeit. Das erfolgt vor allem über die Transponder an den Bikes der Fahrer, die regelmäßig durch Antennen entlang der Strecke erfasst werden und die aktuelle Reihenfolge der Fahrer anzeigen.

Blick aus dem Chronopol  // Foto: Lars Wehrmann (Tissot)
Aber im Radsport geht es bekanntlich nicht nur um Sekunden, sondern um Millisekunden. Und dafür reicht das Transpondersystem nicht aus. Da Zielankünfte manchmal um Millimeter entschieden werden, hat sich bereits seit den 1940er Jahren die Fototechnik durchgesetzt. Über die Jahrzehnte wurde die Technik immer weiterentwickelt, sodass Tissot heute hochmoderne Kameras einsetzt, die 10.000 Fotos pro Sekunde schießen. So können auch die knappsten Zieleinfahrten genau ausgewertet und der Sieger gekürt werden. Und das in atemberaubender Geschwindigkeit und überragender Präzision. Bereits wenige Sekunden  nach der Zieleinfahrt steht das vorläufige Ergebnis fest, dass wir zum Beispiel auf den Fernsehbildschirmen sehen können und genauso geht es auch an die Jury der A.S.O (Veranstalter der Tour), die diese vorläufigen Ergebnisse offiziell bestätigt und anschließend den Sieger kürt.
Techniker an einer der Hochgeschwindigkeitskamera  // Foto: Lars Wehrmann (Tissot)

Diese Technik ist vor allem für die Etappensiege wichtig, bei dem es um jeden Millimeter geht. Da am Ende alle im Peloton die gleiche Zeit bekommen, ist diese Technik für den Gesamtsieg nicht ganz so entscheidend.

Beispielsweise trennten Marcel Kittel und Edvald Boasson Hagen bei der 7. Etappe der Tour 2017 lediglich 6 mm. Dass das nahezu nichts ist, zeigt das folgende Foto von der Zieleinfahrt.
6 mm Trennen den siegenden Marcel Kittel und Edvald Boasson Hagen beim Fotofinish // Foto: Tissot

Wieder etwas anders ist die Technik beim Zeitfahren. Denn hier geht es - egal ob Einzel- oder Mannschaftszeitfahren - rein um die Zeitnahme. Dennoch überqueren i.d.R. nicht mehrere Fahrer gleichzeitig die Ziellinie. Deshalb wird hier vor allem mit fotoelektronischen Zellen gearbeitet. Einfach ausgedrückt also mit Lichtschranken, die die genaue Zielzeit einfangen. Während des Zeitfahrens sorgen wieder Transponder für die Liveergebnisse beim Zeitfahren.

Spannende Technik also, die von Situation von Situation durchaus unterschiedlich ist.
Blick ins Chronopole 

Endlich ist Spitzensport angesagt

Nach dem Besuch im Chronopole ging es zurück an die Strecke. Circa einen Kilometer vor der Zielankunft standen wir dann nun direkt vor der Großbildleinwand und konnten das Rennen verfolgen, bevor die Fahrer an uns vorbeifuhren und sich noch einmal über den richtig krassen Schotteranstieg hoch zur Planche des Belles Filles quälen durften. Was für eine Stimmung bei dieser krassen Etappe. Lasst die Bilder der 160,5 km langen 6. Etappe einfach auf euch wirken, die der Belgier Dylan Teuns in 4:29:03 h für sich entscheiden konnte.
Blick auf die Schotterpiste 500 Meter vor der Zielankunft

Mit Sabine an der Strecke die Fahrer anfeuern  // Foto: Lars Wehrmann (Tissot)

 Foto: Lars Wehrmann (Tissot)

 Foto: Lars Wehrmann (Tissot)

Auf ins Fahrerlager


Doch bevor ich mich von der Tour de France verabschieden musste, hatte Tissot noch ein kleines Highlight für uns parat - einen Besuch im Paddock vor dem Start der 7. Etappe von Belfort nach Chalon-sur-Saône. Hier konnte ich endlich mein Trikot vom gesamten Katusha Alpecin Team signieren lassen (habe ich eine Woche zuvor in Belgien leider vergessen), einige Fahrer im wahrsten Sinne hautnah erleben, die Räder der Pros genauestens inspizieren und eine Führung durch den Teambus von Katusha Alpecin bekommen. Das war ein absolutes Gänsehauterlebnis. Und ein schöner Abschluss meines zweiten Besuchs bei der diesjährigen Tour de France, die heute in Paris ihr Finale findet. Insofern werde ich auch heute Nachmittag wieder gespannt vorm Fernseher das Rennen verfolgen und bin Tissot sehr dankbar für diesen spannenden Einblick hinter die Kulissen des größten jährlich stattfindenden Sportevents der Welt.

Peter Sagan wurde wie ein Rockstar am Bus von den Fans in Empfang genommen

Die Bikes vor dem Start // Foto: Lars Wehrmann (Tissot)

Rick Zabel unterschreibt mein Trikot  // Foto: Lars Wehrmann (Tissot)

Im Bus von Katusha Alpecin  // Foto: Lars Wehrmann (Tissot)



Grand Départ 2019 – zu Gast bei der Tour de France in Brüssel


Anzeige - Meine Reise zur Tour de France wurde von Alpecin Cycling unterstützt.

Am Samstag war es endlich soweit. Das weltweit größte jährlich stattfindende Sportereignis – die Tour de France - ging los. 3.480 Kilometer härtester Wettkampf liegen bei der 106. Auflage der Tour in 21 Etappen vor den 176 Rennfahrern der 22 Teams. Und dieses Jahr gibt es gleich mehrere historische Momente zu feiern.
Auf der Muur van Geraardsbergen kurz vor dem Rennen - Foto: Stefan Rachow // Alpecin

Allen voran gibt es dieses Jahr nämlich 100 Jahre Gelbes Trikot zu feiern. Aber auch der erste Tour de France-Sieg der belgischen Radlegende Eddy Merckx jährt sich zum 50. Mal. Insofern passt es natürlich besonders gut, dass der diesjährige Start der Tour in Brüssel stattfinden sollte.


Drei Tage Radsport pur



Nachdem sich meine Anreise etwas chaotisch gestaltete (u.a. Flug gecancelt) kam ich in der Nacht von Donnerstag zu Freitag in Brüssel an. Von Brüssel aus ging es direkt weiter in das verträumte Dörfchen Goeferdinge bei Geraardsbergen in Ostflandern, wo der Rest des Teams schon ab Donnerstag den ersten Tag im Sattel genießen konnte.

Ohne viel Zeit zu verschwenden ging es morgens um 9:00 Uhr direkt raus zur ersten Ausfahrt. Das war allerdings schon recht knapp, denn der örtliche Bäcker macht immer erst um 8 Uhr auf, weshalb es in unserem B&B auch immer erst ab 8:15 Uhr Frühstück gab – Landleben halt. 😉

Nach einem kurzen Bikefitting war ich dann aber bereit für die erste Tour mit den Jungs. Mein Rad für dieses Wochenende sollte ein all black Canyon Aeroad mit Ultegra Di2-Gruppe sein, also ganz nach meinem Geschmack.
Mein Bike für das Wochenende

Direkt runter vom Hof unseres schönen Hotels begannen die wunderschönen Strecken. Und hier muss ich direkt sagen: Belgien hat mich überrascht. Sehr sogar. Sehr positiv. Ich muss gestehen, dass ich - mal abgesehen von Schokolade, Bier und Fritten - bisher nicht viel über Belgien wusste. Aber dieses Land ist landschaftlich ein Traum. Unendliche Felder, ein paar Hügel und Anstiege, schöne Häuser und Gärten – unsere Fahrt durch Flandern war einfach nur ein Traum. Und zusammen mit all den anderen Jungs hat es noch mehr Spaß gemacht, denn im Peloton wird Radfahren immer noch einmal auf ein ganz anderes Level gehoben. Radfahren ist am Ende des Tages halt ein Teamsport.
Das Team vor dem Rathaus von Geraardsbergen - Foto: Stefan Rachow // Alpecin


Zu Besuch bei den Profis



Der Vélo Barber am Start - Foto: Stefan Rachow // Alpecin
Nach einer kurzen Erfrischung ging es direkt weiter, da unser Besuch im Fahrerlager anstand. Nächster Stopp war der Parkplatz eines Hotels nahe des Brüsseler Flughafens Zaventem, wo neben dem Team Katusha Alpecin auch noch ein paar andere Teams Halt gemacht und sich auf die Tour vorbereitet haben. Neben dem Team um Rick Zabel, Nils Politt und Mads Würtz war unter anderem auch Julien Howard aka. The Vélo Barber aus New York City am Start (thevelobarber.com), der seine Kunden normalerweise auf dem Rennrad besucht und dieses Wochenende exklusiv allen Profis vom TKA sowie allen Interessierten die Haare in Form gebracht hat.

Nach dem kurzen Meet & Greet mit den Profis und einer Tour durch den Mannschaftsbus ging es dann wieder Richtung Hotel, wo die nächste Radtour auf uns wartete. Und nachdem wir schon am Morgen einmal die berüchtigte Mauer von Geraardsbergen (Muur van Geraardsbergen) erklommen hatten, sollte die Muur noch einmal folgen, bevor es auch noch auf den Bosberg ging. WAS EIN GEFÜHL, diese legendären Anstiege der Flandernrundfahrt selbst zu erklimmen, bevor am nächsten Tag die Fahrer der Tour daran ihren Spaß haben sollten. Da fühlt man sich selbst wie ein halber Profi – insbesondere bei den rasanten Abfahrten.
Foto: Stefan Rachow // Alpecin


Grand Départ der Tour de France



Endlich! Schon der erste Tag war gespickt mit Highlights, aber am Samstag ging es dann so richtig los. So richtig richtig, der Grand Départ in Brüssel stand nämlich auf dem Plan und für uns eine riesengroße Party. Da die Muur von Geraardsbergen ein richtiges Highlight ist und auch abseits von Events wie der Flandernrundfahrt oder der Tour de France in diesem Jahr mehr als nur beliebt ist, mussten wir früh da sein. Denn frühes Kommen sichert bekanntlich die besten Plätze. Und die hatten wir tatsächlich. Alpecin Cycling hat das volle Programm mit TV Übertragung der Tour, DJ, Barber Shop, Essen & Getränken und Co. aufgefahren. Und so wurde der Grand Départ zu einem richtigen Spektakel für uns. Denn sowohl die Zeit in der Area von Alpecin Cycling, als auch direkt an der Kapelle auf der Spitze der Muur, war unvergesslich. Die Leute haben sich schon Stunden vor der Durchfahrt der Fahrer auf der Muur gestapelt – unter anderem auch um die Werbekarawane zu erleben und die Jungs von Guilty 76 haben für die passenden Graffiti auf der Straße gesorgt.
Die Muur geschafft, da sind selbst die Profis außer Atem - Foto: Stefan Rachow // Alpecin


Jetzt aber selbst in die Pedale treten 



Team Katusha Alpecin Torte
So viel Radsport macht aber auch Hunger. Hunger auf leckere Fritten (naja und auch etwas Bierdurst), vor allem aber Hunger auf Radfahren. Und das war nicht nur bei mir so, sondern beim gesamten Team. Also haben wir uns am Abend noch eine Ausfahrt gegönnt und sind zum Ende unserer Ausfahrt hin schön noch einmal nach Geraardsbergen reingefahren, um die Muur kurz nach den Profis selbst zu befahren. Tja, was soll ich sagen… Sie wird auch b
eim vierten Versuch nicht leichter, ganz im Gegenteil. Dafür nimmt aber auch der Fahrspaß kein Bisschen ab und das ist ja das Wichtigste. Leider bedeutete diese Ausfahrt und das langsame Ausklingen des Abends bei leckerer TKA-Torte (schaut euch mal das Foto an) jedoch, dass dieses schöne Wochenende kurz vor seinem Ende stand. Doch so einfach geben wir uns nicht geschlagen und erst recht hauen wir nicht ab, ohne auch am letzten Tag noch einmal gefahren zu sein. Egal wie kurz die Zeit auch sein mag,
Immer ballern. Keine Ausreden! Foto: Stefan Rachow // Alpecin


Die zweite Etappe – TTT am Atomium



Nach 194,5 Kilometern endete die erste Etappe wieder in Brüssel mit dem niederländischen Sieger Mike Teunissen vom Team Jumbo-Visma, der sich hauchdünn gegen den Slowaken Peter Sagan und den Australier Caleb Ewan durchsetzte.
Bevor sich die Tour von Belgien Richtung Frankreich verabschiedete und für drei weitere Wochen Fahrspaß und Spannung sorgt, war es noch einmal Zeit für eine zweite Etappe in Belgien - das Mannschaftszeitfahren bzw. TTT (Team Time Trial). Hierbei kämpfen alle 22 Mannschaften über 27,6 km gegeneinander. Beim TTT geht es um alles. Keine Zeit für gemütliches Einrollen, Stürze oder sonst irgendwelche Spielereien, die das Team ausbremsen. Go Hard or Go Home halt. 27,6 Kilometer durch die Brüsseler Innenstadt bedeuten aber auch ein mittelgroßes Verkehrschaos.


Im Stau stehen? Nicht mit uns.



Mit Daniel am Atomium
Und darauf hatten wir mal so gar keinen Bock. Dafür hatten wir aber noch einmal richtig Bock auf Radfahren und nachdem wir in den letzten Tagen schon einige Teile der Flandern-Rundfahrt kennenlernen wollten und viel auf dem Land unterwegs waren, wollten wir jetzt noch einmal Brüssel sehen. Gesagt, getan. Da Daniel (sports-insider.de) und ich den gleichen Flieger zurück nach Berlin kriegen wollten, konnten wir gemütlich gemeinsam von unserem Hotel in Goeferdinge aus Richtung Brüssel starten, um das Ziel vom Mannschaftszeitfahren am Atomium zu sehen. Und das hat sich mehr als nur gelohnt. Wir haben die Strecke ein wenig auf knapp über 70 Kilometer ausgeweitet und konnten einen Großteil der Strecke wunderschön entlang des Dender-Radweges (die Dender ist ein Fluss in Belgien) radeln, sodass wir inkl. Kaffeepause sehr stressfrei in Brüssel ankamen. Ohne ballern ging es aber auch nicht, weshalb zum x-ten Mal die Muur mit in die Streckenplanung eingebaut wurde. Danach noch kurz frisch gemacht, umgezogen und ab zum Flughafen. So schnell wären wir niemals mit dem Shuttle nach Brüssel gekommen. So schnell vergeht aber leider auch ein wunderschönes Wochenende. Zum Glück warten noch ja drei Wochen Tour de France auf uns Radsportbegeisterte.
Dender-Radweg Richtung Brüssel


Und solltet ihr noch auf der Suche nach einem nächsten Urlaubsziel sein, dass nicht zu weit weg ist, dann kann ich euch echt Region Ostflandern empfehlen. Ruhige (und recht gut ausgebaute) Straßen, schöne Natur, flache Etappen, die sich gern auch um knackige Anstiege ergänzen lassen und nicht zuletzt ist man bspw. von Geraardsbergen aus in unter 60 km an der Nordsee, aber auch in Roubaix. Das bietet sich super für Tagestouren an. Vielleicht sehen wir uns ja im nächsten Jahr zufälligerweise dort. Ich will auf jeden Fall wieder nach Belgien. Und zur Tour nach Frankreich. 😉

Belgien, du warst mir eine große Freude!