Dem Winter trotzen - Laufreise nach London


Dem Winter trotzen - Laufreise nach London


Anfang des Monats war es für mich zum dritten Mal in Folge soweit: Ich konnte beim London Winterrun an der Start gehen. Der hat für mich immer einen ganz besonderen Charme. Und dir würde er sicherlich auch gefallen! Weshalb? Das verrate ich dir in diesem Blogpost 😉
Medal London Winterrun Westminster Bridge London Blog Running Eye

Der London Winterrun ist ein 10 km-Lauf im Herzen der englischen Hauptstadt. Und nicht nur irgendein Volkslauf, sondern einer mit tollem Zweck. Denn beim London Winter Run des Veranstalters Human Race handelt es sich um einen Lauf gegen den Krebs. Einerseits, um auf die Krankheit aufmerksam zu machen und andererseits, um gemeinsam Spenden für die Krebsforschung zu sammeln und dagegen anzukämpfen. Das Ganze wird in einem tollen Event mit Schneekanonen und als Eisbären, Pinguine und Yetis verkleideten Menschen am Streckenrand verpackt.

Was dich beim Lauf erwartet


London Running Winterrun
Screenshot der Strecke aus der TomTom Sports-App
Der Lauf selber beginnt am Trafalgar Square, führt ca. 5km in östliche Richtung über The Strand, den Kingsway und den Holborn Viaduct an St. Pauls vorbei, bevor man über The Strand zurück zum Trafalgar Square an der Nelson's Column vorbeiläuft und auf der Whitehall ungefähr auf Höhe der Downing Street kurz vor den Houses of Parliament und  der Westminster Abbey das Ziel erreicht.

Rennvorbereitung


Anmeldungen waren meiner Erfahrung nach in den letzten Jahren auch noch recht kurzfristig möglich. Die Kosten dafür liegen bei circa 50€. Das finde ich verglichen mit den meisten hiesigen Volksläufen recht teuer. Dafür bekommt man aber auch ein wirklich sehr gut organisiertes Event, bei dem die Startunterlagen seit diesem Jahr auch an internationale Teilnehmer vorab zugesendet werden. Zumindest ist das für deutsche Läufer der Fall (Bisher durfte man als nicht-UKler die Unterlagen am Tag vorher abholen). Die Unterlagen enthalten einen schicken Kunststoffbeutel im Racedesign zur Kleiderabgabe, natürlich die Startnummer mit integriertem Zeitnahmechip, einen ausführlichen Plan über Rennstrecke, Zeitabläufe, etc. und zudem einen mit einem Namen selber zu beschriftenden Zettel, den man dann zum Beispiel auf dem Rücken befestigen kann, um den Lauf einer krebskranken Person zu widmen.

Flug und Unterkunft - Erfahrungswerte als Berliner


Auch dieses Jahr bin ich in wieder mit Ryanair ab Berlin-Schönefeld nach London-Stansted zum Winter Run geflogen. Die Kosten für die Flüge lagen in den letzten drei Jahren immer zwischen 25 und 35€ für Hin- UND Rückflug, was ich für ziemlich günstig halte. Hinzu kommen noch einmal ca. 20€ für den Transfer vom Flughafen in die Londoner Innenstadt und zurück.
Und auch zum dritten Mal war ich jetzt in einem Hilton Hotel untergebracht. Deshalb hier eine kleine Pro- und Contra-Liste zu den Hotels:

Doubletree by Hilton London Hydepark
 - Pro: Preis, vernünftige Zimmergröße, sehr große Frühstücksauswahl, warmer Cookie zur Begrüßung 😜
 - Con: Lage zwar in der Innenstadt, jedoch etwas weitere Wege, von außen ist das Hotel nicht unbedingt hübsch, Zimmer dafür besser

Doubletree by Hilton London Tower
 - Pro: Preis, tolle Lage (3 min. zu Fuß bis zum Tower und 5 min bis zur Tower Bridge), sehr große Frühstücksauswahl, warmer Cookie zur Begrüßung 😜
 - Con: Badezimmer und Betten etwas klein

Hilton London Tower Bridge
 - Pro: Schöne Zimmer (in unserem Fall mit Blick auf The Shard), gute Lage (3 min. bis zur U-Bahn London Bride)
 - Con: Schlechte Frühstücksauswahl

London Tube Mind The GapGrundsätzlich haben alle Hotels gemeinsam, dass am am Renntag mit der U-Bahn in wenigen Minuten am Start ist. Bei den beiden letzteren muss man nicht einmal umsteigen.



Der Renntag


Der Veranstaltungsbereich am Trafalgar Square ist mit kurzem Fußweg sehr gut über die Stationen Charing Cross, Embankment sowie Westminster erreichbar. Im Startbereich findet man die Stände für die Kleiderbeutelabgabe und natürlich die Startlinie selber. Der Start ist in mehrere Startwellen zwischen 9:30 Uhr und 10:25 Uhr aufgeteilt. Dadurch ist es trotz 16.000 Läufern nie zu voll auf der Strecke. Nach circa 5 km erwartet einen ein Getränkestand mit Wasserflaschen. Am Streckenrand befanden sich meiner Meinung nach dieses Jahr mehr Zuschauer als in den Jahren zuvor. "Aufgeheizt" wird die Stimmung von mehrere Chören und Bands und als Eisbären, Pinguine und Yetis verkleideten Menschen, die zum Anfeuern da sind. Trotzdem ist es recht ruhig am Streckenrand. Oder um es anders zu formulieren: Es ist eigentlich nichts los. Selbst im Zielbereich wird leider nicht groß gejubelt oder angefeuert, obwohl dort sehr, sehr viele Menschen sind. Hat aber auch sein schönes. Wenn man mehrere Tage in London ist, kann man sich gar nicht vorstellen, dass es auch mal so entspannend ruhig sein kann.

London Winter Run Startlinie Starting Line Running
Die Startlinie
Trotzdem ist es ein netter Lauf in angenehmer Atmosphäre durch die Häuserschluchten der City. Der Umgang der Läufer ist sehr respektvoll (kein Schubsen, Drängeln oder ähnliches - weder am Start noch auf der Strecke) und die Temperaturen spielen eigentlich auch immer mit.

Vorteile des Laufes


Wie gesagt, sind die Temperaturen verhältnismäßig mild. Bei Sonnenschein und 6 Grad ging es diesmal durch die Stadt. Letztes Jahr hatte es leicht genieselt, dafür waren es aber sogar 12 Grad. Und das ist immer noch besser, als die -7 Grad Celsius in Berlin, als ich am Montag zurückgekommen bin.
Außerdem ist die Strecke recht flach und dadurch sehr schnell zu bewältigen. Das wird noch dadurch verstärkt, dass es wie oben schon beschrieben kein Gedränge auf der Strecke gibt und genügend Platz vorhanden ist, wodurch man sehr entspannt läuft
Und als bestes Argument: Es gibt immer eine richtige schöne Medaille. Sehr liebevoll gestaltet und schön anzusehen. Für mich als Medaillensammler alleine deshalb schon der beste Grund auch nächstes Jahr wieder hin zu wollen 😊

London Winter Run Medal Medaille
Medaille des London Winter Run - diesmal sogar mit Streckenplan auf den Halsband

Fazit


Meiner Meinung nach bietet sich der Lauf super zur Saisoneröffnung an. London ist eh immer eine Reise wert und mit so einem tollen Lauf, kann das neue Laufjahr kaum besser beginnen. Insbesondere die ausgesprochen gute Organisation sorgt dafür, dass man sich jederzeit gut aufgehoben fühlt. Ich kann dir den Lauf also absolut empfehlen! Anmeldungen fürs nächste Jahr sind bereits auf der Webseite des Winter Runs möglich.

Du willst mehr zum Lauf wissen? Hier findest du meinen Rennbericht von 2016.

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Reklame, da Markennennung. Jedoch habe ich sämtliche Ausgaben für den Lauf (Anmeldung, Flug, Hotel, etc.) selber bestritten.
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Und hier noch ein paar Impressionen vom Lauf 😉

Ziel Finish London Winter Run

London Winter Run Polar Bear Hug

Und von der Stadt selbst

London Liverpool Street The Gherkin

London British Museum Deckenkonstruktion


London Natural History Museum Naturkundemuseum Eingangshalle

London Lego Store Big Ben

London Tower Bridge by night bei Nacht


London Tower Bridge by day bei Tag

London City Hall Rathaus Architektur

London Mops

London Finance District Finanzdistrikt Finanzviertel





#2018in2018 - der erste Monat

Laufblog Lars Laufen


Hallo meine Freunde,

der erste Monat ist geschafft! Und so langsam befinde ich mich auf dem richtigen Weg, auch wenn es ein paar Startschwierigkeiten gab. Aber dazu später mehr.. #2018in2018 ist also immer noch auf Kurs.


#2018in2018 - was ist das eigentlich?



Laufen Laufblog LarsDer Eine oder die Andere von euch wird es bestimmt mitbekommen haben, dass ich für das Jahr 2018 eine Gesamtlaufstrecke von 2018km anpeile, was bei vielen Läufern ein ganz gängiges Ziel ist. Klingt für manch einen vielleicht viel, ist es aber eigentlich gar nicht. Im Endeffekt sind es "nur" 38,8km pro Woche bzw. 5,5km am Tag. Das sollte doch irgendwie machbar sein, oder!? Gerade mit der Vorbereitung auf zwei Marathons (London und Berlin), halte ich das für mich persönlich als machbar. Und ich denke gaaaaanz viele von euch (die vielleicht noch nicht dabei sind) würden das auch schaffen!


So war der Januar



Irgendwie bin ich mit einem dicken Knie ins Jahr gestartet. Ohne wirklichen Grund hat von einem auf den anderen Tag nach dem Aufstehen mein Knie geschmerzt. Also habe ich das letzte Jahr lauffrei beendet und bin ganz locker ins neue Jahr gestartet. Will heißen, dass ich die erste Woche mit einem 3,1km und einem 4,9km Lauf begonnen hab. Macht ein schönes Defizit von 30,8km in der ersten Woche. Aber hey, kein Stress! Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch 51 Wochen in diesem Jahr. Und immerhin konnte ich mich in der letzten Januarwoche wieder auf zweistellige Strecken steigern. Und nicht nur das, von 11km und 12km ging es rapide auf 16,4km, sodass ich jetzt nach dem ersten Monat 80,2km auf der Uhr habe. Und damit bin ich mehr als zufrieden. 


Laufen Berlin Mauerweg Marienfelde


So geht es weiter



Da der London Marathon immer dichter kommt, möchte ich im Februar im Training endlich wieder die Halbmarathondistanz knacken und auch einen 25er laufen. Außerdem laufe ich schon am Sonntag in London beim Winterrun 10km durch die schöne Hauptstadt des Vereinigten Königreichs. Von daher steht auch im Februar wieder einiges an! Und das kleine Defizit hole ich bestimmt noch auf :)

Wenn du auch dabei bist, solltest du jetzt um die 170km geschafft haben. 


Wie sah der Januar bei dir aus? Verrate es mir doch in den Kommentaren 😊 Gemeinsam rocken wir #2018in2018! 💪🏼


Laufen Berlin Mauerweg Marienfelde


Kann mich mal bitte jemand zwicken?


Dieser Beitrag wird Unterstützt von New Balance

Hej Sportsfreunde!


In den letzten Monaten ist es hier auf meinem Blog ein wenig still um mich geworden, da mir andere Dinge ehrlich gesagt etwas mehr Freude bereitet und andere leider die Zeit geraubt haben. Nichtsdestotrotz will ich gerne hier weitermachen und freu mich meine Gedanken und die Leidenschaft für den Sport mit euch zu teilen.

Was zuletzt geschah ;-)


Nach dem letzten Marathon in Berlin im September (hier könnt ihr mehr dazu von Isa und mir lesen) stand ich nämlich vor der Frage, wie es im Jahr 2018 weitergeht soll.
Die 42km durch Hamburg hatte ich hinter mir, der Haken auf der virtuellen Bucket List ist also gesetzt. Das erste Radrennen ist mit dem Velothon Berlin auch geschafft und mit Läufen in Lissabon und London konnte ich mein liebstes Hobby auch noch mit ein paar Tagen Urlaub verbinden.

Klar war für mich, dass es zum Jahresauftakt wieder wie bereits 2016 und 2017 zum London Winter Run gehen wird. Außerdem ist der Berliner Halbmarathon gesetzt und mit einigen Arbeitskollegen wollen wir diesmal als Team die 100 km beim Velothon fahren. Aber natürlich darf auch ein Marathon im Frühjahr nicht fehlen. Nur welcher? Für Tokyo, Boston und London ist es leider gefühlt unmöglich einen Startplatz zu kriegen, wenn man nicht mega Zeiten läuft oder viel Geld für einen Reiseveranstalter in die Hand nimmt. Also waren Helsinki im Mai und der Hard Rock Marathon Madrid im April in der engeren Auswahl. Bis ein kleines Wunder geschah.

Kann mich mal bitte jemand zwicken?


Zumindest fühlte es sich im ersten Moment so an und ehrlich gesagt konnte ich es kaum glauben, als ich gefragt wurde, ob ich dieses Jahr für New Balance am Start sein und gemeinsam mit Sarah (von laufurlaub.net) beim London Marathon dabei sein möchte. WIE COOL IST DAS DENN BITTE? Kann mich mal bitte jemand zwicken? 😜 Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude und somit habe ich jetzt gut vier Monate, in denen ich mich fleißig und voll motiviert auf das große Ziel vorbereiten und dann hoffentlich Marathon Nummer 8 einsacken kann. Und wer weiß, vielleicht habe ich ja im Januar Glück bei der Verlosung für NYC im November. Aber das würde dann wahrscheinlich schon nicht mehr mit rechten Dingen vor sich gehen. So viel Glück kann ein Mensch wahrscheinlich nicht haben.

Kann losgehen, Diggi 😏


Auf jeden Fall freue ich mich auf diese Herausforderung und bin New Balance für diese Chance mega dankbar in einer der für mich schönsten Städte im nächsten Jahr sogar noch ein zweites Mal laufen zu dürfen. Außerdem werde ich die Tage noch schauen, wie ich die zweite Hälfte von 2018 sportlich verplanen kann.

Was ist dein sportliches Highlight in 2018? Verratet es mir doch in den Kommentaren. 😊




​ Leckere Gemüsechips selbst gemacht


Dieser Blogpost entstand in Kooperation mit Severin und enthält Werbung

Vor ein paar Wochen habe ich den Mr. Twister von Severin zur Verfügung gestellt bekommen. Dieser schneidet im Handumdrehen mit fünf verschiedenen Messer-Einsätzen dein Gemüse in Scheiben, Spiralen, etc. Halt so wie du es willst.
Dazu wird er mit einem kleinen Rezeptbuch geliefert, sodass man genug Inspiration findet. Mein absolutes Highlight waren die Gemüsechips zum Selbermachen. Denn einerseits liebe ich Kartoffelchips, andererseits bin ich aber nicht immer ein Fan von zu krassen/ intensiven Würzmischungen und auch nicht von zu viel Fett. Gemüsechips sind aber auch nicht zwingend besser und oftmals auch nicht gerade billig. Warum also nicht selbst Hand anlegen und die Chips selber machen?



Und so geht's 


Im Endeffekt kannst du das Gemüse frei nach Gusto wählen. Ich selber habe meine Chips bisher aus Süßkartoffeln, Rote Beete, Zucchini und Pastinaken gemacht.
Und genauso kannst du auch deine Würzmischung so gestalten, wie du Lust und Laune drauf hast.

Was benötigst du?


1 Süßkartoffel
2 Rüben Rote Beete
1 Zucchini
2 Pastinaken
Öl
Salz und Pfeffer
Paprikapulver
1 Backpinsel
1 kleine Schale oder Tasse (um die Würzmischung anzurühren)
mehrere Backbleche


Schritt 1 - Das Gemüse waschen und schneiden


Ich persönlich esse Chips gerne mit Schale, deshalb wird zuerst das Gemüse gründlich gewaschen und kann anschließend schon in den Mr. Twister.
Einfach das Gemüse in den Einfüllschacht stecken und schon kommen unten die fertig geschnittenen und geriffelten Gemüsescheiben heraus.



Schritt 2 - Die Gemüsechips würzen


Wie schon oben geschrieben habe ich mich bei der Würzmischung an kein Rezept gehalten. Ich habe einfach etwas Olivenöl mit Salz und Pfeffer und für die Farbe etwas Paprikapulver zusammengerührt.  Anschließend auf jede Scheibe einen kleinen Tropfen der Mischung mit dem Pinsel gestrichen und schon können die Chips in den auf 230° C vorgeheizten Backofen, wo sie für circa eine Dreiviertelstunde drin bleiben.



Schritt 3 - Fertig


Sobald die Chips schön knusprig sind können, sie aus dem Ofen raus. Einfach kurz abkühlen lassen und schon kannst du reinbeissen. Lass es dir schmecken.





Pro Tipp: Zu den Chips passt auch wunderbar eine leckere Guacamole ;-)


Mein erstes Radrennen - wie es war und was jetzt folgt



Endlich! Seit etwas über einem Jahr bin ich stolzer Besitzer eines Rennrads (bzw. eigentlich eines Cyclocross Bikes). Und gestern war es endlich soweit. Mein erstes Radrennen stand auf dem Programm. Wie es war, ob ich jetzt die Sportacht wechsle und wie es jetzt für mich jetzt sportlich weitergeht liest du hier. 
Velothon Berlin


Nachdem ich leider aus Zeitgründen 2016 noch nicht beim Velothon in Berlin starten konnte, sollte es nun 2017 endlich soweit sein. Die Vorbereitung lief zwar mehr eher mäßig (welche Vorbereitung eigentlich?), da für mich der Marathon in Hamburg Priorität hatte und ich Radfahren ja bisher eher als Ergänzung und Ausgleich zum Laufen gesehen habe. Deshalb wollte ich auch nur just for fun an den Start gehen.

Velothon Berlin
Die Ausrüstung liegt bereit. Es kann losgehen.
Ehrlich gesagt war ich im Voraus schon etwas nervös. Und besonders am Morgen war die Anspannung grenzenlos, mein Körper voller positiver Energie. Das Pferd bzw. der Drahtesel scharrte quasi schon mit den Hufen. Im Endeffekt wollte ich es aber dennoch eher etwas ruhiger angehen lassen und schauen was passiert. Denn bisher war ich es nicht gewohnt in (größeren) Gruppen zu fahren. Meist nur zu zweit oder alleine. Und wenn ich überlege, dass ein Freund meiner Eltern letztes Jahr beim Velothon auf der Havelchaussee verunfallt ist und heute noch eine Metallplatte in der Schulter hat, dann sorgt das bei einem Anfänger wie mir noch ein bisschen mehr für Respekt vor der Strecke. Generell hielt ich das für sehr wichtig. Respekt gegenüber dem Sport, dem Material und vor allem gegenüber den anderen Sportlern. Ich bin gern Teil der Masse, aber als unwissender wollte ich die anderen durch meine Fahrweise auch nicht behindern. 

Auf geht's


Angekommen im Start- und Zielbereich ging alles ganz schnell. Kleiderbeutel angeben, das Rad noch ein letztes Mal Checken und dann sollten um 7:30 Uhr auch schon die ersten Startblöcke losrollen. Für mich als Rookie war der letzte Starblock vorgesehen. Da dieser erst um 7:50 Uhr starten sollte, hatte ich zum Glück noch ein wenig mehr Zeit. Ist ja auch früh genug für einen Sonntag! 
Velothon Berlin
Vor dem Start in der Ebertstraße

Natürlich habe ich mich vor dem Start schon ein wenig umgeschaut und die Mitstreiter begutachtet. Und ich hätte nicht gedacht, dass das Feld und auch die Räder so vielfältig sind. Vom Teenager bis zum Rentner und vom Klapprad über Mountainbikes bis zum Rennrad war alles am Start. Das sah auf jeden Fall cool aus. Aber wird mich das nicht die ersten Kilometer – zumindest bis sich das Feld aufteilt - ausbremsen? Klar, ich wollte und konnte nicht extrem rasen und hatte auch kein spezielles Zeitziel vor Augen, aber trotzdem wollte ich ja nicht unter meinen Möglichkeiten bleiben. Die Anspannung stieg. Und mit etwas Verspätung überfuhr auch ich um 8:11 Uhr die Startlinie. 

Die ersten Kilometer 


Zum Glück war die Befürchtung nicht von langer Dauer und noch vor dem "fliegenden" Start hatte sich das Teilnehmerfeld deutlich gelockert. Es war magisch. Die ersten 10 Kilometer hatte ich einfach nur Gänsehaut und war geflasht von der Atmosphäre. Das Surren der Ketten, das Rollen der Räder. Die Geräuschkulisse war einfach nur überragend. So etwas kannte ich bisher in der Form noch nicht und werde ich auch nie mehr vergessen.
Die leichte Nervosität legte sich zum Glück sehr schnell und sehr rasch hatte ich ein Gefühl dafür, wie sich die anderen im Teilnehmerfeld bewegen und worauf ich achten sollte. Damit war nach einigen Minuten auch das Gefühl vorbei, wie "ein hypnotisiertes Kaninchen auf's Hinterrad vom Vordermann" zu schauen, wie mir es Caro lustigerweise vorher beschrieben hatte.

Die Havelchaussee 


Nach nicht ganz 15 Kilometern kam endlich eines meiner Highlights auf der Strecke. Die Havelchaussee. Gerne fahr ich hier ab und zu im Training die etwas hügelige Strecke. Gerade auf den 
Abwärtspassagen bekommt man natürlich auch ordentlich Speed rauf. Dank insbesondere einer richtig krassen Rechtskurve ist dieser Streckenabschnitt aber auch nicht ganz ungefährlich.

Nichtsdestotrotz ist es hier wunderschön. Mit Blick auf die Havel und dazu dem tollen Licht der warmen Sonnenstrahlen, die immer wieder durch die Baumkronen lugten und die bei Anfänglich noch frischen 15 Grad und Fahrtwind die Haut wärmten. Die Kilometer verflogen in den nächsten Minuten nur so und auch im Kopf verkürzte sich die Strecke extrem schnell. Ein Viertel geschafft, ein Drittel und schwups war schon die erste Hälfte im Sack.

Nach der Havelchaussee ging es vorbei an meiner Uni, halb durch meine Nachbarschaft, über das Tempelhofer Feld, den Hermannplatz und den Kotti, entlang der East Side Gallery, zum Alex und von dort aus über die Tor- und Friedrichstraße zum Hauptbahnhof, an Schloss Bellevue und der Siegessäule vorbei und dann auch schon zum Ziel auf der Straße des 17. Juni mit Blick auf das Brandenburger Tor.
Velothon Berlin
Auf dem Tempelhofer Feld
Wow. Und dann war es auch schon geschafft. Der Hammer. Wie cool war das denn bitte?!? Gefühlt begann das Rennen gerade erst und schon ist man im Ziel. Naja, auf dem Rad sind 65km halt doch gar nicht einmal so viel. Zwar fühlten sich meine Beine hinterher so an als wären sie aus Gummi, aber im Endeffekt fühlte ich mich doch auch wesentlich fitter als nach einem ordentlichen Halbmarathon und geschweige denn einem Marathon. Es war also gar nicht mal so schwer. Vor allem aber hat mich eins gefreut: Unfallfrei ins Ziel zu kommen.
Nach der Zieleinfahrt mit Blick auf das Brandenburger Tor












Mein Fazit


Das Panorama war schon ziemlich cool. Leider aber auch wie Perlen vor die Säue. Denn während ich bei einem Marathon noch ziemlich viel von einer Stadt mitbekomme, zogen in dem Fall die Gebäude in meiner Umgebung nur so an mir vorbei. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich als gebürtiger Berlin wenig Neues auf so einer Strecke sehe. Vielmehr denke ich liegt es aber an der hohen Konzentration auf das Fahren an sich und auf die anderen Teilnehmer auf der Strecke. Mit durchschnittlich 35 km/h war ich zwar vergleichsweise nicht besonders schnell unterwegs. Aber wenn ich überlege, dass ich im „Training“ nur 25-29 km/h im Durchschnitt fahre, ist das schon ein ganz schönes Tempo für mich. Und auf manchen Etappen ist man ja auch mit 50 km/h und mehr unterwegs.

Insgesamt war es für mich echt ein tolles Event und schönes Erlebnis. Da ich mich erst vor circa vier Wochen angemeldet hatte, durfte ich insgesamt 93,50€ für die Teilnahme bezahlen. Das finde ich ganz schön teuer. Andererseits relativiert sich diese Zahl meiner Ansicht nach auch schnell. Klar, der Aufwand ist extrem hoch, viele Straßen mussten gesperrt werden und die Organisation hatte ich auch als hervorragend empfunden. Das mag ein erfahrener Radsportler vielleicht anders sehen, aber als Einsteiger habe ich mich stets gut aufgehoben und betreut gefühlt. Außerdem hätte ich bei einer deutlich früheren Anmeldung 30-35€ für die kürzeste Strecke sparen können. Und im Vergleich mit der Anmeldegebühr zum Berlin Marathon geht das auch wieder. Denn hier zahlt man mittlerweile über 100€ und das bei der vierfachen Teilnehmerzahl. 

Was folgt nun?



So richtig realisiert habe ich das ganze Geschehen von gestern glaube ich noch nicht. Zumindest bin ich noch immer total euphorisch und würde sofort wieder starten.
Ausschließen kann ich schon einmal, dass ich jetzt einen Triathlon ausprobiere. Das versucht mir zwar der eine oder andere in letzter Zeit immer wieder schmackhaft zu machen, aber ehrlich gesagt plantsche ich lieber, als dass ich schwimmen gehe und irgendwie hätte ich insgesamt auf das ganze Training nicht ganz so viel Lust. Und das spricht dann ehrlich gesagt gegen meine Trainingsmaxime. Ich mache es, weil ich Lust darauf habe. Nicht weil ich es muss.

Mit Sandra beim Finisher Beer :)
Denn warum fahre ich überhaupt? Vielleicht erinnert sich manch einer noch daran. Im Endeffekt hatte ich mein Rad damals in meiner Verletzungsphase gekauft, um mich trotzdem fit zu halten. Also als Ausgleich für mein ganzes Laufen. Und bisher habe ich es immer sehr genossen, dass ich Radfahren nur als Ausgleich habe und auch überwiegend ohne (Zeit-)Druck und nur just for fun unterwegs. Dafür ist das Lauftraining zu anstrengend, als dass ich eine doppelte Trainingsbelastung benötige. Außerdem macht Radfahren meiner Meinung nach in einer Gruppe gleich deutlich mehr Spaß. Laufen wiederum mag ich besonders, weil ich es immer und überall kann. Das Training kann beinahe überall starten. Und das hat auch seinen Reiz. Deshalb bleibt es für mich glaube ich wie bisher.

Und das macht glaube ich auch die regelmäßige Freude über mein Fahrrad aus. Denn oft kauft man sich (teure) Sachen, will es unbedingt und wenn man es dann hat, wird es irgendwann alltäglich und ist schon bald nichts Besonderes mehr. Das geht mir Konkret zum Beispiel bei meinem Laptop so. Bei meinem Fahrrad kriege ich hingegen jedes Mal ein Glänzen in den Augen, als wenn ein Kind einen Lolli oder ein Eis geschenkt bekommt. Selbst jetzt, wenn ich nur daran denke. Und diese Vorfreude auf jede Radtour hat für mich etwas sehr Besonderes.

Medal Velothon Berlin Vielleicht ergibt sich ja hin und wieder die Möglichkeit mehr oder weniger entspannt bei einem Radrennen an den Start zu gehen. Nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei. Ob über die 60 oder 120km, das weiß ich noch nicht. Muss ich auch nicht. Ich habe ja noch zwölf Monate.
Auf jeden Fall kann ich aber jedem Sportbegeisterten so ein Radrennen ans Herz legen. Es macht einfach unglaublich viel Spaß und man sieht trotz meiner obigen Ausführungen in sehr kurzer Zeit soooo viel. Das ist echt genial. In dem Sinne hoffe ich den einen oder anderen von euch nächstes Jahr am Start zu treffen.

Fahrt sicher! ;-) 

Geschafft! Mit der Medaille vor dem Reichstag