Auf einer Strecke mit dem besten Radsportlern der Welt - die EuroEyes Cyclassics Hamburg

16:52 kulikeljudi 0 Comments


Anzeige - Meine Teilnahme bei den EuroEyes Cyclassics wurde von Alpecin Cycling unterstützt.


Moin Hamburg. Tach Cyclassics. Letztes Wochenende war ich gemeinsam mit Alpecin Cycling beim größten Radrennen Europas am Start und ganz ehrlich: Es war eines der schönsten Wochenenden des Jahres für mich. 
Team Alpecin Cycling kurz vorm Start der Cyclassics - Foto: Stefan Rachow // Alpecin

Denn kaum war ich am Freitag im Hotel angekommen, ging es auch schon los. Ein Großteil war schon da und obwohl für den frühen Nachmittag noch keine Ausfahrt geplant war, gab es trotzdem eine. Das ist genau nach meinem Geschmack, spontan ist immer noch am besten. Also schnell in die Radsache geschlüpft und raus zum Rest des Teams. Wow, hier stand auch schon das Rad meiner Träume. Genau wie bei meinem Besuch der Tour de France gemeinsam mit Alpecin Cycling vor anderthalb Monaten (hier geht's zum Blogpost) wartete wieder die Black Beauty auf mich - ein Canyon Aeroad CF SL 8.0 Disc mit Ultegra Di2-Schaltgruppe in all Black. Damit konnte an diesem Wochenende eigentlich nicht viel schief gehen. Nach zwei Handgriffen war das Rad mehr oder weniger auf mich eingestellt und ich bereit für die erste gemeinsame Ausfahrt des Wochenendes. Und hier kommt auch schon das nächste Wow! Ich wusste gar nicht, dass Hamburg sooo grün ist! Unser Hotel lag nämlich direkt an den Elbbrücken und von hier aus ging es immer entlang des Elbdeichs in Richtung Osten. Lockere Tour, nette Gespräche mit einer bunt gemischten Truppe, das nenne ich mal einen entspannten Tag. Perfekt,  um am nächsten Tag wieder Spaß auf dem Rad haben zu haben.

986 km in sechs Tagen


So viel wurde es für uns dann zum Glück doch nicht an diesem Wochenende. Allerdings für die gut 20 Teilnehmer des diesjährigen Deutschland Rush, die innerhalb von sechs Tagen vom Hamburger Rathausmarkt bis zum Kitzbüheler Horn fahren und dabei gut 10.400 Höhenmeter bezwingen wollen. Startschuss war am Samstagmorgen gegen 10 Uhr und damit die Jungs und Mädels die Unterstützung bekommen, die sie verdienen, haben wir sie auf den ersten Kilometern raus aus Hamburg begleitet. Denn für die Teilnehmer des Deutschland Rush stehen nun an den ersten 5 Tagen jeweils rund 180 km und am letzten Tag noch einmal um die 80 km an - diese dann aber mit wesentlich mehr Höhenmetern, nämlich rauf auf das ca. 2.000 Meter hohe Kitzbüheler Horn.

Spaß am Deich - Foto: Stefan Rachow // Alpecin
Die erste Ausfahrt des Tages führte uns weitere 40 km durch Hamburg und Umgebung. Man war das schön! Und weil es so schön war - im wahrsten Sinne, denn das Wetter war mit circa 30 Grad Celsius einfach mega - ging es Nachmittags noch einmal über 40 km weiter den Deich entlang eine zweite Runde einrollen. Damit waren die Beine dann endgültig für Sonntag gelockert und der Kopf hattet richtig Lust auf mehr. Aber nicht nur das. Katusha-Profi Nils Politt hat uns auch noch einen Teil der Strecke auf dem Rad begleitet, bevor er in seinem eigenen Tempo davongebraust ist. So dicht kommt man dem Profiradsport selten. Das macht echt Spaß, wenn man mal ein paar Meter zusammen mit dem Zweitplatzierten der diesjährigen Ausgabe von Paris-Roubaix rollen kann.

Professioneller Besuch mit am Start - Foto: Stefan Rachow // Alpecin 


Aber das war noch nicht alles. Dieses Wochenende ging es so richtig auf Tuchfühlung mit dem Profiradsport. Nach der zweiten Ausfahrt am Sonntag stand die Besichtigung des Teambusses vom Team Katusha Alpecin und ein Q&A mit Sprintlegende Erik Zabel an, der Performance Director bei Katusha Alpecin ist und gleichzeitig auch für das Team am Sonntag der sportliche Leiter sein sollte.

Unter anderem ging es darum, wie es TKA macht, wenn - wie in diesen Tagen - mehrere Rennen parallel stattfinden. Denn währen derzeit die Vuelta a Espana für Spannung sorgt, finden gleichzeitig bspw. auch die Cyclassics und die Deutschland Tour statt. Genau deshalb hat TKA zwei Busse mit mehreren Fahrern, die jeweils ca. 150.000 Kilometer im Jahr unterwegs sind. Und wenn mal kein Race ansteht, sind beide bei Katusha in Belgien untergebracht. Aber das nur mal am Rande. Denn gleichzeitig ging es im Talk auch um die Entwicklung von Bikes, Innovationen der letzten Jahre und die Unterschiede zu alten Carbonbikes zu Zeiten von Erik Zabel. Genauso aber auch, wie sich ein Profiteam auf so ein Race vorbereitet, wie die Taktik für das Rennen abgestimmt wird, etc. Einfach ein spannender Einblick.

Und da wir in einem Hotel mit sämtlichen Profis untergebracht waren, die Sonntag an den Start gehen sollten (inkl. Peter Sagan 😊), gab es hinterher ein gemeinsames Abendessen. Hierbei konnte man sich noch einmal ein bisschen was bei den Pros abgucken. Besonders auffällig fand ich, dass es nur Wasser gab. Zwar mit und ohne Sprudel, aber das war es dann auch schon an Auswahl. Keine Säfte. Keine Softdrinks. Und natürlich erst recht nichts mit Alkohol, klar! Also gab es das für uns natürlich auch nicht. 

Endlich Vollgas geben


Die ersten beiden Tage in Hamburg waren wie im Flug vergangen. Nachdem wir Freitagabend extra nur kurz unterwegs gewesen und nach dem Essen bei Cuneo in der Davidstraße nicht länger über die Reeperbahn gezogen sind, um Sonntag fit zu sein, war die letzte Nacht dennoch wie gewohnt etwas kürzer. Nicht, weil wir noch lange feiern waren, sondern einfach weil ich vor so einem Tag etwas schlechter einschlafe und früh aufstehen angesagt ist. Das Race sollte für uns um 8.25 Uhr starten, also begrüßte mich mein Wecker um 5:30 Uhr und das frühstmögliches Frühstück folgte um 6:30 Uhr, bevor es endlich zum nur circa 10 Minuten entfernten Startbereich an der Außenalster ging. 
Kurz vor dem Start. Motivation Level 100 - Foto: Stefan Rachow // Alpecin

Für jeden etwas dabei


Die 1996 gegründeten Cyclassics gelten als eines der größten Eintagesrennen und bieten neben einem Profirenen diverse weitere schöne Rennen auf voll abgesperrten Strecken in und um Hamburg. Dieses Jahr warteten auf die Jedermänner die Rundkurse über 60, 100 und 160 Kilometer. Dabei gibt es jeweils eine Strecke über 60 du über 100 Kilometer. Und wer die 160 km fahren will, fährt erst die lange und dann noch einmal die kurze Strecke.

Besonders positiv fiel mir der lockere Start auf, den ich als wesentlich unaufgeregter empfand, als ich es sonst teilweise schon bei anderen Rennen erlebt und vor allem hier in Hamburg auch erwartet hatte Aber die Straßen waren zu Beginn einfach schön breit und die recht kleinen Startblöcke super, um schnell rauszukommen.

Auf dem Weg nach vorne 😎 - Foto: Stefan Rachow // Alpecin
Nach dem Startschuss ging es innerhalb von Sekundenbruchteilen richtig los, denn alle waren on fire. So sehr sogar, dass ich nach ca. 20km zum ersten Mal dem für mich doch extrem hohen Tempo Tribut zollen musste und die ersten Gedanken kamen, dass ich diesen Tempo wohl nicht über weitere 80 Kilometer schaffen würden. Denn bis dahin waren wir die ganze Zeit über mit einem Schnitt zwischen 43 und 45km/h unterwegs. Aber wenn ich den Anschluss an die Gruppe verlieren würde, wäre es das wahrscheinlich auch mit dem Rennen für mich gewesen. Wer weiß, ob da noch eine Gruppe in meinem Tempo käme? Doch zum Glück wurde das Feld in den nächsten Minuten etwas ruhiger, es gab nicht mehr so viele Ausreißer, die richtig pushen wollten und so wurde es für mich etwas entspannter. Bzw. wurde ein Tempo gefahren, dass ich gut mithalten und bei dem ich auch immer mal wieder die Führung übernehmen konnte. Das machte richtig Spaß, denn wir hatten ein gutes Tempo drauf und die Jungs um mich herum waren auch alles relativ vernünftige und vor allem sichere Fahrer, sodass wir ohne groß brenzlige Situationen schön weiter durchziehen konnten.  Dadurch verging die Zeit wie im Flug und die ersten Stunde auf dem Rad mit einem Schnitt von gut 42km/h.

Dann sollten aber einige Hügel kommen, mit denen ich gar nicht gerechnet hatte. Alles recht harmlos und ohne großen Tempoverlust machbar, aber man merkt es eben doch, wenn man auf etwas welligem Terrain unterwegs ist und so schnell mal fast 500 Höhenmeter zusammenkommen. Das hatte ich im Platten Land so nicht erwartet. Aber auch hier wurde natürlich durchgezogen.
Vollgas mit dem Canyon Aeroad CF SL 8.0 Disc Di2 - Foto: Stefan Rachow // Alpecin


Schneller als gedacht..


.. verging auf jeden Fall auch die zweite Hälfte des Rennens. Da ich ja noch nicht so lange fahre und erst vor 2 Monaten wirklich angefangen habe regelmäßig und mehr zu fahren (bis Juni dieses Jahres bin ich gerade einmal 700km gefahren), hatte ich mit einem Schnitt von 36-39km/h gerechnet. Doch da ich ein gutes Gefühl in den Beinen hatte und zum Glück kein Krämpfe bekam, wurde es zu einem super Rennen mit richtig viel Spaß in unserer kleinen Gruppe auf der Strecke. Hier habe ich auch Chris aus Kiel kennengelrnt, der selbst erst im letzten Oktober mit dem Radfahren angefangen hat und mit dem ich die ganze Zeit zusammen gefahren bin. Zusammen haben wir die insgesamt 101,8 Kilometer in einem Schnitt von 41,54km/h erreicht, was eine Zeit von 2:27:04 h  bedeutet. Und damit bin ich natürlich mehr als nur zufrieden. Ich habe richtig Blut geleckt und hoffe, dass ich diese Leistung nächstes Jahr noch etwas nach oben pushen kann.
Zusammen mit Daniel von Sports-Insider.de im Ziel - Foto: Stefan Rachow // Alpecin

Immerhin gibt es ja mit dem kürzlich vom SCC neu angekündigten VeloCity Berlin am 13. & 14. Juni 2020 endlich wieder ein größeres Radrennen in Berlin geben. Darauf werde ich natürlich hin trainieren. Und anschließend bestimmt wieder zu den Cyclassics nach Hamburg kommen. Einfach, weil Hamburg eine mega Stadt ist und ich total gern da bin.

Hamburg, es war mir ein Vergnügen. Rund 325 Kilometer wurden es dieses Wochenende. Und
hoffentlich bald mehr. Bis bald! Am liebsten natürlich gemeinsam mit dem Team von Alpecin Cycling, mit denen ich dieses Jahr einige unvergessliche Radsportmomente erleben durfte.

Schöne Strecken in der Natur - Foto: Stefan Rachow // Alpecin

Kurz vor dem Ziel auf der Mönckebergstraße -  Foto: Stefan Rachow // Alpecin

Geschafft! -  Foto: Stefan Rachow // Alpecin

Die Medaille ist einfach der Hammer -  Foto: Stefan Rachow // Alpecin



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