11 Gründe warum Laufen dich glücklicher macht

16:06 kulikeljudi 4 Comments


Es ist kalt draußen, der Wind peitscht die Regentropfen gegen die Fensterscheiben, aber die Heizung macht es wohlig warm am Schreibtisch. Der Duft von Tee und Keksen liegt in der Wohnung und der innere Schweinehund lockt aufs Sofa. Wer hat da noch Lust laufen zu gehen?

Ehrlich gesagt fällt es mir bei solchen Gedanken auch schwer aufzustehen und mich zu bewegen. Aber es gibt gute Gründe auch im Herbst und Winter laufen zu gehen.

12 Gründe warum Laufen dich glücklicher macht


1. Du lebst gesünder
Die Bewegung bringt deinen Kreislauf in Schwung, das Immunsystem wird angeregt und ganz nebenbei trainierst du auch noch dein Herz. Was willst du mehr?

2. Du hast mehr Energie
Natürlich ist man nach einem Lauf erstmal k.o. Aber Laufen macht dich fit. Das Ausdauertraining aktiviert deinen Körper und jedes Training macht dich für kommende Belastungen stärker.

3. Du erlebst Glücksgefühle
Das Runnershigh lässt grüßen. Außerdem wirst du dich verbessern und immer wieder neue Bestleistungen erleben, das motiviert. Mal abgesehen von dem guten Gefühl sich selber etwas gutes zu tun.

4. Du kannst die herrliche Natur genießen
Egal ob Herbstlaub oder Winterwunderlandschaft, die Natur belohnt dich mit einem grandiosen Anblick. Da kann kein Fernseher der Welt mithalten.

5. Du erlebst quality time 
Ob nur für dich alleine oder mit Freunden in eurer Laufgruppe unterwegs du nimmst dir Zeit für dich. Du lernst neue Leute kennen und triffst alte bekannte. So lassen sich soziale Kontakte, Entspannung und sportliche Ziele verknüpfen.

6. Du kannst mehr essen ;-)
Netter Nebeneffekt, denn mehr Sport = höherer Kalorienbedarf = mehr essen. Im Prinzip ganz einfach und doch genial.

7. Du kannst deine Gedanken schweifen lassen
Das Runnershigh lässt erneut grüßen. Lass dein Handy einfach mal zuhause. Nimm dir Zeit für dich, du musst nicht immer erreichbar sein. Einfach abschalten und eins mit deiner Umwelt werden. Lass dich darauf ein und du wirst merken, wie schnell du deine Gedanken frei bekommst. Dafür kannst du hinterher umso konzentrierter ans Werk gehen.

8. Du wirst besser schlafen
Körperliche Aktivität lässt uns besser schlafen. Gibst du alles im Training, brauchst du auch Zeit zum Erholen. Dein Körper holt sich die Pausen, die er braucht.

9. Du lernst deinen Körper besser kennen
Wo sind deine Grenzen? Bis wohin kannst du gehen? Und welche Hürden kannst du überwinden? Du wirst ein viel besseres Körpergefühl bekommen und auch merken, dass viele Grenzen nur im Kopf bestehen. Du wirst Hürden überwinden und dich selbst besiegen. Beim Sport ist durchaus oft genug der Kopf dein größter Gegner. Wenn du mit negativen Gedanken beim spielst, lernst du sie zu überwinden. Die Ausdauer und mentale Stärker kannst du auf fast alle Lebenslagen anwenden.

10. Du wirst zum Champion
Wer weiß, welches Talent in dir schlummert? Auf jeden Fall bist du besser als noch ein paar Tage, Wochen, Monate oder Jahre zuvor. Du wirst Bestleistungen erreichen.

11. Du verdienst dir deine Anerkennung selbst
Du hast ein Ziel vor Augen? Egal ob du endlich 30 Minuten am Stück laufen können möchtest oder einen Marathon als Ziel hast, du kommst deinem Ziel Stück für Stück näher. Du verdienst dir deine Leistung, du bist eine Granate. Und du wirst merken, wie du von Woche zu Woche besser wirst.

Natürlich ist diese Auflistung nicht abschließend und erst recht nicht endlich. Es gibt noch sooooo viele gute Gründe laufen zu gehen. Also nichts wie raus! Und du wirst einfach merken, wie gut es tut, aktiv zu sein.

Was motiviert dich? Verrate es mir doch in den Kommentaren :)

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Warm-up vor dem Laufen - sinnvoll?

16:41 kulikeljudi 0 Comments


Laufschuhe an und direkt los? Oder doch lieber erst dem Körper etwas Zeit geben, um auf Betriebstemperatur zu kommen? Nachdem ich vor kurzem hier schon darauf eingegangen bin, warum Dehnübungen nach dem Sport sinnvoll sind, geht es in diesem Artikel nun darum, ob und warum ein kleines Warm-up vor dem eigentlichen Workout sinnvoll ist.

Grundsätzlich kann man sagen: Wer alles geben will - egal ob im Training oder Wettkampf - der kommt um ein Warm-up nicht herum. Aber wie so oft lässt sich auch beim Thema Warm-up nur schwer ein Richtig und Falsch ausmachen. Warum? Wir sind Hobbysportler und machen unseren Sport aus Freude daran. Unsere Motivation besteht womöglich in den gesundheitlichen Vorteilen, weil es unserem Kopf gut tut, vielleicht weil wir Zeit mit Freunden verbringen wollen oder warum auch immer. Denn Sport ist nicht nur schwarz-weiß. Sport sollte im Hobbybereich vor allem Freude machen.
Grundsätzlich kann man aber sagen: Wer ballern will, der muss sich warm machen. Wer aber gemütlich startet, der wird durchs Laufen automatisch warm und der muss nicht zwingend vorher noch die Übungen machen. Zeit ist ja mit eines der knappsten Güter, die wir haben und wem es an jeder Minute fehlt, der hat mehr davon ohne Warm-up zu laufen, als zum Beispiel überhaupt nicht.

Warum sollte man sich überhaupt erwärmen?


Das Warm-up sorgt dafür, dass sich deine Muskeln, Bänder, Gelenke, etc. in Stimmung bringen können. Du sorgst dafür, dass dein Körper auf Betriebstemperatur kommt, bevor du richtig Gas gibst. Doch warum muss der Körper warm sein? Durch das Warm-up kannst du dich schon einmal an die Bewegung gewöhnen. Die leichte Vorbelastung bringt deinen Körper in Schwung, dein Herz-Kreislauf-System wird angeregt und die Durchblutung gefördert. wodurch der Sauerstoff besser zu den Muskeln transportiert wird. Generell kommt dein Stoffwechsel in Fahrt, wodurch dein Körper besser mit Nährstoffen versorgt wird und auch die Entsorgung besser klappt, also die Stoffwechselprodukte besser abtransportiert werden können (Z.B. Schutz vor Übersäuerung).
Das ist aber noch nicht alles. Deine Gelenke werden besser geschützt, da dein Körper durch die Bewegung Gelenkflüssigkeit produziert. Deine Gelenke werden quasi geölt und so hast du eine bessere Schmierung. Andererseits dämpft das auch besser bei Stößen auf ein Gelenk. Genauso werden Sehnen und Bänder durch die erhöhte Körpertemperatur elastischer. Deine Atmung wird auf die hohe Belastung vorbereitet, das schützt vor Seitenstechen.  Und zudem kommt noch, dass u.a. eine norwegische Studie von 2005 bei über 1.800 Handballspielern gezeigt hat, dass durch ein
vernünftiges Aufwärmprogramm die Verletzungsgefahr deutlich reduziert werden kann und das ist natürlich mit einer der größten Vorteile. Denn im Rahmen der Studie traten die Vorteile besonders in Bezug auf Knie- und Sprunggelenksverletzungen hervor und beide Körperteile sind am Laufen ja nicht ganz unwesentlich beteiligt.
Autumn RunningAls letzter Punkt darf aber auch nicht vergessen werden, dass das Warm-up auch den Kopf fit macht. Du bereitest dich mental vor, fokussierst dich auf die Leistung und wirst schon einmal im Kopf unbesiegbar. Besser kann es doch gar nicht beginnen. ;-)
Und diese Aufzählung könnte noch erweitert werden. Es gibt also diverse gute Gründe sich nicht vor dem Warm-up zu drücken.

Wie sollte das Warm-up ablaufen?


Zuerst einmal sollte das Warm-up ruhig beginnen. Hektische Bewegungen können zu Verletzungen führen. Außerdem willst du dich ja nicht schon vor dem eigentlichen Workout völlig auspowern, sondern lediglich darauf vorbereiten. Natürlich sollte das Warm-up auf den individuellen Leistungsstand abgestimmt sein, nimm also für dich Zeit.

Egal welche Sportart du betreibst, zu Beginn sollten die Übungen die großen Muskelgruppen ansprechen und den Körper auf Betriebstemperatur bringen, bevor du dich auf die für deine Sportart besonders benötigten Körperregionen fokussierst.
Will heißen, dass sowohl Fuß- als auch Basketballer durchaus mit einer kleinen Laufrunde das Warm-up starten, sich dann aber auf Übungen für Beine/Füße bzw. Arme/Hände konzentrieren.

Da sich mein Blog aber besonders mit dem Laufen beschäftig, fokussieren sich die Beispiele nun auf das Laufen:
Du könntest locker Einlaufen und die Arme je nach Belastung unterschiedlich intensiv mit bewegen. Dazu bietet sich auch ein ganz entspannter Hopserlauf, leichtes Anfersen und ein Kniehebelauf an. Du könntest deine Arme beim Laufen, genauso aber auch im Stand die Hüfte, Knie- und Sprunggelenk kreisen lassen und deinen Körper so mobilisieren. Auf keinen Fall solltest du beim Warm-up deinen Oberkörper vernachlässigen, da dieser für einen sauberen und damit effizienten Laufstil von enormer Bedeutung ist (man will ja beim Laufen nicht wie ein nasser Sack durchhängen).
Außerdem bieten sich vor dem Laufen nur bedingt Dehnübungen an. Dehnübungen bergen bei kalten Muskeln ein erhöhtes Verletzungsrisiko und die Dehnung zieht die Muskelfasern auseinander, wodurch die Muskelspannung verloren geht.

Damit kann nichts schief gehen:
- 10 bis 15 Minuten Warm-up reichen aus
- eine zu schnelle Belastung vermeiden
- den Körper nicht zu stark belasten
- schnell zum eigentlichen Training übergehen

Hier findest übrigens nochmal meinen Artikel zum Dehnen nach dem Sport.

Forrest Running Run Autumn


Quellen:


Focus-Online Artikel "Sportverletzungen - Aufwärmen bringt’s" vom 02.06.2005
Studie von Odd-Egil Olsen: Exercises to prevent lower limb injuries in youth sports: cluster randomised controlled trial
"Aufwärmen" von netdoktor.de
"Richtig aufwärmen vor dem Sport" von fitforfun.de

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Nike Air Zoom Structure 20 im Test

12:17 kulikeljudi 0 Comments


Anzeige - Dieser Blogpost wurde freundlicherweise von Nike unterstützt.

Wer kennt das nicht? Man steht im Laden vor den Regalen, probiert diverse neue Laufschuhe an, läuft drei Meter in den Schuhen und wippt vielleicht noch mehrmals, um die Dämpfung zu testen. Manche (Lauf-)Läden bieten einem bei guter Ausstattung auch ein Laufband an, damit man seine zukünftigen treuen Begleiter vorher noch etwas besser kennenlernen kann. Und das war's dann. An sich ja schön und gut, aber für mich sind das doch eher immer Laborbedingungen. Wie oft hab ich schon einen Laufschuh im Laden für optimal gehalten und ihn hinterher verflucht, denn auf Waldboden, Asphalt oder Feldwegen fühlt sich jeder Laufschuh doch nochmal ganz anders an. Also wird aus all den gut gedachten Ansätzen zur Kaufentscheidung doch wieder eine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Aber was hat das jetzt mit dem neuen Nike Air Zoom Structure 20* zu tun?
Nike Air Zoom Structure 20 Review

Lange Rede, kurzer Sinn: Der neue Nike Air Zoom Structure 20* ist überraschend anders. Ganz anders, als ich es erwartet hatte (und ich den Schuh noch vom Air Zoom Structure 18 kenne). Und auch ganz anders, als es mein erstes Schlupfen in den Schuh suggeriert hat.

Ich hatte eigentlich einen recht starren (halt stabilen) Schuh erwartet, bei dem der Schuh die Haltung des Fußes vorgibt und nicht umgekehrt, der eine viel zu weiche Sohle hat und vielleicht auch noch ein hohes Gewicht mit sich bringt.

Das erste Tragegefühl


Beim ersten anziehen hatte ich leicht das Gefühl, ich würde auf einem Keil stehen. Klar, 10mm Sprengung bleiben nicht unbemerkt. Dieses Gefühl hatte ich aber nur am Anfang beim Stehen oder langsamen Gehen. Sobald ich losgelaufen bin, war dieses Gefühl weg. Insgesamt fühlt sich der neuen Air Zoom Structure deutlich weniger nach Stabilschuh an, als es für mich beim eingangs erwähnten Air Zoom Structure 18, den ich als Vergleich für mich mit herangezogen hab und mittlerweile gut eingelaufen habe, der Fall ist. Natürlich merkt man auch hier, dass man etwas stabileres und schwereres an den Füßen hat als ein Lightweight-Schuh.
Zum Vergleich: Dieser Schuh wiegt bei Größe 44 ca. 322g, der Air Zoom Structure 18 338g, mein Marathonschuh Pegasus 33 308g und der Flyknit Racer* 173g.
Aber dennoch fühlt sich der Schuh nicht aufdringlich an. Die Kilometer liefen eher recht unauffällig vor sich hin.

Die Sohle

Nike Air Zoom Structure 20 Test
Die Außensohle hat natürlich wieder das altbekannte Wabenmuster (auch als Wafferskin bekannt). Dynamic Support in der Mittelsohle soll trotz weichem Abrollverhaltens für Stabilität sorgen. Neben der Air Zoom Kissen im Vorfuß und der Ferse ist die OrthoLite-Sohle für die Dämpfung verantwortlich, die in der Tat nicht zu weich ist und dennoch sehr gut abfedert.

Das Obermaterial & die Schnürung


Nike Air Zoom Structure 20Das Flymesh-Material hilft das Gewicht zu reduzieren und behält dabei gut seine Form und gibt dem Fuß festen halt. Das liegt zudem auch an der Dynamic Fit-Technologie, die gemeinsam mit der Flywire-Schnürung für zusätzlichen halt sorgen soll. Besonders positiv ist mir das Mesh-Material im Innenschuh aufgefallen. Hier schmiegt es sich sehr bequem an den Fuß und sitzt wie eine zweite Haut, ohne dass etwas drückt.

Fazit

Als bekennender Verfechter von Lightweight-Schuhen habe ich wie zu Beginn beschrieben nicht all zu viel von den neuen Nike Air Zoom Structure 20* erwartet. Doch hier wurde mir mal wieder bewusst, wie trügerisch der erste Eindruck sein kann. Mit einer für einen Stabilschuh meiner Meinung nach recht festen Sohle, laufen sich die Kilometer wie auf Wolken. Natürlich ist der Schuh nichts für Sprints (das haben mir die Fahrtspiele im Training bewiesen). Dafür trumpft der Nike Air Zoom Structure 20* meiner Ansicht sehr gut auch auf etwas derberem Terrain auf. Stock und Stein können den Füßen nichts anhaben, da die Dämpfung nicht nur die Stöße der Laufbewegung absorbiert, sondern auch kleinere Unebenheiten schlucken. Das geht natürliche zu lasten des Bodengefühls und dessen muss man sich bewusst sein. Ansonsten bleibt für mich nur noch das Design als letzter Punkt offen. Ich finde den Nike Air Zoom Structure 20* fast zu schade, um ihn als Laufschuh zu benutzen, denn auch als Freizeitsneaker macht er meiner Ansicht nach eine gute Figur.
Nike Air Zoom Structure 20 Test

Nike Air Zoom Structure 20 Test

Nike Air Zoom Structure 20 Test

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Mathon in nur 13 Wochen - unmöglich? Das Marathonwochenende

14:02 kulikeljudi 0 Comments


Und dann war es soweit. Das Marathonwochenende stand vor der Tür und nun würde sich zeigen, ob ich bis dahin alles richtig gemacht hatte. So oder so sollte es ein grandioses Wochenende mit vielen tollen Leuten werden.
Nike Run Club Reichstag
Mit Kim, Jan, Maren, Falko und Flori vor dem Start

Ich hatte mir extra die drei Wochen vorm Marathon Urlaub genommen, um ausgeruht und gestärkt an den Start gehen zu können. Der Freitag war gekommen.
Wunderläuferland Kenia mit Jan Fitschen
Zusammen mit Jan Fitschen und seinem Buch
Auf ging es zur Berlin Vital, das ist die Marathonmesse des BMW Berlin-Marathons. Dort angekommen gab es direkt die Startunterlagen. Nach einem kleinen Rundgang gab es noch einen kurzen Plausch mit dem ehemaligen 10.000m-Europameister Jan Fitschen, dessen Buch "Wunderläuferland Kenia" ich mir dann noch mit Signatur und Widmung mitgenommen hab. 



Der Tag bevor es ernst wird


Samstag stand dann endlich der Shake Out Run mit dem Nike+ Run Club an. Mit ca. 130 Läufern aus der ganzen Welt gab es dann gemütliche 5km durch die Straßen entlang. Und damit wir schon einmal Marathonluft schnuppern konnten, ging es einen Teil der Strecke des Marathons entlang. Da zu dem Zeitpunkt gerade die Inlineskater ihren Marathon absolvierten, hatten wird auch schon einmal die Möglichkeit anzufeuern. Natürlich ging es auch hier nicht ohne obligatorisches Teamfoto, bevor wir wir dann wieder am Store waren und ein kurzes Stretching zum runterkommen gemacht haben.
Abends ging es noch mit einigen der Nike Crew zur Pastaparty schlemmen und den Körper mit Kohlenhydraten zu füttern. Ich glaube zuhause wäre ich vor Aufregung und Vorfreude gestorben, aber dank der netten Ablenkung konnte ich abends zufrieden und entspannt einschlafen.
NRC Berlin
Beim Shake Out Run mit Josi am Start
NRC Shake Out Run Berlin Marathon
Gruppenfoto zum Abschluss - bereit morgen alles zu geben!

Rennen in 3..2..1..


Sonntag. Tag X. Der Tag, auf den viele, viele Läufer und auch ich ewig hingefiebert haben.
Outfit Laufschuhe BMW Berlin-Marathon
Das Outfit ist bereit
Für mich startete der Tag wie jedes Mal vorm Berlin-Marathon. 5:40 Uhr Wecker klingelt, kurz fertigmachen, um kurz nach 6 Uhr einmal um den Block laufen, um fit zu werden und dann schön duschen. Ich bin einfach absolut kein Morgenmensch und das hilft mir, um morgens beim Marathon fit zu sein. Zumindest rede ich mir das ein. Nachdem ich mir ausnahmsweise ein Toast mit Honig und das andere mit Salz und Pfeffer gegönnt hatte, konnte es auch schon in Richtung Startbereich losgehen. Um 8 Uhr wollten wir uns nämlich vor dem Berliner Reichstag treffen, damit man kurz noch quatschen, sich gemeinsam einstimmen und warmmachen kann.

Nachdem wir unsere Sachen abgegeben hatten, ging es dann zusammen mit Flori, Maren, Julia, Jan, Kim und Falko direkt Richtung Startblock.
Startbereich BMW Berlin-Marathon
Auf dem Weg zum Startblock
Startschuss -Booom - Und dann ging es auch schon los. Als grobe Richtung hatten wir uns eine Zielzeit zwischen 3:40h und 3:45h vorgenommen. Nachdem wir die ersten Kilometer gemütlich angegangen sind (ACHTUNG! Wer hier zu schnell ist, kann sich hintenraus das Rennen unnötig schwer machen, denn jede Sekunde am Anfang zu schnell, kann dich hintenraus Minuten zu langsam machen) und unser Tempo gefunden hatten, lief es erst einmal. Die Kilometerschilder flogen gefühlt nur so vorüber und so waren wir schnell am Rosenthaler Platz, dem Alex und dann schon am Strausberger Platz angekommen. Mehr als ein Viertel der Distanz war im Sack und Flori und Falko hatten sich bereits zwei Kilometer zuvor verabschiedet, da sie anscheinend in der Nacht von Kraft geträumt hatten und ihnen unser 5:12er Schnitt bis dahin zu langsam war.

Halbmarathon? Check.


Auch die nächsten Kilometer vergingen nur so im Flug, bis wir am Kotti, Hermannplatz und Mehringdamm vorbeikamen und uns dann langsam Richtung Halbmarathonmarke bewegten.
Berlin-Marathon Halbmarathonmarke
Maren, Kim und ich (v. rechts) bei Kilometer 21
Alles bis hierhin sollte ja eigentlich nur warm-up sein und umso besorgter war ich, als nach ca. 16km meine linke und nach 18km auch meine rechte Waden anfingen zu ziehen. "Verdammt, das darf nicht wahr sein. Nicht jetzt schon", schoß mir durch den Kopf. Denn für mich war es nichts besonderes, dass Krämpfe kommen. Ich will nicht sagen, dass ich mich dran gewöhnt habe, aber das war bisher auch bei den vier anderen Marathons nach jeweils ca. 35km so. Aber das erste ziehen bevor die Halbmarathomarke erreicht war, das hat mich doch schon ein wenig angekratzt. Egal. Mund abwischen und weitermachen. Hilft alles nichts.

Circa drei Kilometer weiter war es dann soweit. Ich hatte das erste und (soviel kann ich schon einmal verraten) und nicht das letzte Mal an dem Tag Pipi in den Augen. Unter der Autobahnbrücke am Innsbrucker Platz spielte eine große Trommlerband und irgendwie war die Stimmung so gut, dass mir die ganzen schweren Momente aus dem Training vor meinem geistigen Auge abliefen und ich einfach nur froh war, dass ich es nun schon so weit geschafft hatte. So ging es voll beflügelt auch die nächsten Kilometer weiter, bevor es dann das erste Mal richtig hart wurde. Hier verabschiedete sich dann auch die Julia, sodass nur noch Maren, Kim und ich in der anfangs angestrebten Zielpace unterwegs waren. Nach gut 27 Kilometer kam dann langsam das erste Mal die Mauer im Kopf. "Bis hierhin und nicht weiter", sagte mir eine leise Stimme. Aber das "den Rest schaffst du auch, das ist alles eine mentale Sache" war stärker. Mindestens bis Kilometer 30 (das war ja meine Gewohnte Trainingsdistanz) wollte und musste ich einfach mit den Mädels mithalten. Die Salamitaktik bewährte sich auch hier einmal mehr, denn nach dem Wilden Eber waren es nur noch gut zwei Kilometer und die waren auch schnell geschafft. Nun ging es ja "nur noch" den Hohenzollerndamm hoch, dann Richtung Ku'Damm, Potsdamer Platz, Gendamenmarkt.. Alles ja nicht mehr so weit. Dreiviertel waren bald geschafft und so war der NRC Cheering Hub für mich das gemeinsame Ziel mit den Mädels, die die Kilometer scheinbar mit links runterrissen.


Einmal im Leben schneller sein als der Flow


Ein kleines Highlight war dann, als wir den Florian Neuschwander und Max Herre eingeholt hatten. Die Mauer im Kopf war immer noch da, das Bedürfnis einfach nur noch stehenzubleiben auch, aber dann schlug es für einen kurzen Moment um. #ballern ging mir durch den Kopf, "einmal im Leben schneller als der Flow sein", blitze dann auf und ganz nebenbei fiel mir wieder ein, wie Florian so locker flockig die über 50km morgens um den Starnberger See lief, als die coole Bloggertruppe mit ihm im April zum Bauerfeind-Event da war. Zu dem Zeitpunkt waren wir bereits bei Kilomter 33 und somit nur noch neun Kilometer übrig. Neun Kilometer, die sind ja jetzt wohl nur noch die Kür. Wahrscheinlich die härteste Kür, die es im Laufgeschäft gibt.

Minuten später waren wir dann endlich am NRC Cheering Hub angekommen und der Schmerz zwar nicht vergessen, aber für einen Augenblick ausgeblendet. 36 Kilometer. Wow! Der Hammer. Und dann die ganzen bekannten Gesichter, Motivation pur. Zwar wurden die Beine immer schwerer, aber nun wollte ich es wissen.

 Berlin Marathon Nollendorfplatz
Im Cheering Hub angekommen konnte ich wieder lachen

Only six more kilometres to go.. 


Weiter war ich selbst das eine Mail im Training nicht gekommen. Und auch da nur mit Gehpausen und unter Schmerzen. Ich hatte schon die Ahnung, dass es nun ein schmaler Grat wird auf den Körper zu hören. Ganz schmal zwischen "das Tempo schaffe ich noch" und "verdammt krampfen die Waden." Nach circa 37km wurde dann der Abstand zu Maren und Kim immer ein paar Meter größer, bevor ich wieder aufschließen konnte. Doch beim Verpflegungsstand bei ca. Kilometer 38 war Schluß. Das Greifen des Getränks und der Apfelstücke dauerte zu lange und so musste ich die Mädels ziehen lassen, denn eine Tempoverschärfung hätten die Waden leider beim besten Willen nicht mehr zugelassen. Aber hey, 38 Kilometer in unter 5:15er Pace sind wie ich finde schon der Hammer.

Ab jetzt hatte ich nur noch drei Dinge vor Augen. Das Publikum auf den letzten Kilometer genießen, keine Krämpfe mehr einhandeln und dann im Ziel mein Finisher-Bier bekommen.
Zwar musste ich mein Tempo rapide senken, aber umso aufmunternder waren dann die ganzen "Lars" rufe und motivierenden (ich tippe mal überwiegend skandinavischen) Worte. Und so habe ich versucht jeden Meter zu genießen, die Stimmung aufzusaugen und den Zuschauern, die uns Läufern sooo viel geben, ein Lächeln zurückzugeben.

Denn auch wenn eine schnelle Zeit gut ist und man sicher drüber freut, bleibt einem meistens doch kaum Zeit mehr die gute Stimmung bis ins letzte zu genießen und auch mal ein Paar High-fives bei den unzähligen Kinderhänden einzuholen, die wie Power-ups wirkten.

Der Zieleinlauf 


Und dann war es soweit. Es ist der 25. September 2016 - 12:58 Uhr. Ich biege von der Glinkastraße auf die Straße Unter den Linden ein. Etwas mehr als 500m sind es noch bis zum Brandenburger Tor. In weiteren 400m hab ich es geschafft. Es ist nicht mein ersten Marathon und ich würde mich auch nicht als alten Laufhasen bezeichnen, aber wenn man schon öfter bei einem Marathon an den Start gegangen ist, meint man doch schon ein kleines Bisschen Erfahrung zu haben. Und die Erfahrung lehrt mich eigentlich, dass man einen Marathon nicht nach exakt 13 Wochen Vorbereitung schaffen kann. Doch nun ist es soweit. Die Tribünen kommen näher, der Körper ist auf der letzte Rille, aber die Stimmung auf den letzten Kilometern war grandios. Und so ziehen die unzähligen Menschen, die Cheerleader und Fotografen vorüber. Nachdem ich noch ein paar Mal zwischendurch kurz Tränen in den Augen hatte, kam nun die Erleichterung und ein dicker Kloß vor Freude im Hals. 3:49:08h stand auf der großen Anzeige. Meine Uhr stoppte dank Nettozeit schon etwas eher und so kam ich nach exakt 3:45:47h ins Ziel. Ein Stein viel vom Herzen. Das war zwar nicht mein erster und hoffentlich auch nicht mein letzter Marathon, aber wahrscheinlich der emotionalste bis dahin.

Wie es weiter geht


Ich weiß, dass es wirklich nicht normal ist, in so kurzer Zeit zurückzukommen. Natürlich ist es wesentlich leichter etwas zu erreichen, was man schon einmal geschafft hat. Deshalb würde ich niemals jemandem mit so wenig Vorbereitung wie ich sie hatte empfehlen, bei einem Marathon an den Start zu gehen. Sport ist für mich immer mit Respekt verbunden. Respekt vor den anderen Sportlern, Respekt vor der Leistung und Respekt vor mir selbst. Deshalb ist jetzt erst einmal Feierabend. Für dieses Jahr hab ich alles gesehen und erreicht. Zwar nicht von dem was ich wollte, aber was für mich machbar war. Nun steht erstmal eine Pause an. Außerdem hab ich jetzt genügend Zeit das kommende Jahr zu planen und hab auch schon einige Ideen, über die ich hier noch später berichten werde.

Vielleicht warst auch du letzte Woche dabei, vielleicht war es ein andere Lauf, vielleicht (und das würde mich natürlich besonders freuen) war es aber auch aufgrund dieses Artikels hier, dass du einen neuen sportlichen Vorsatz gefasst hast. Das finde ich super! Bleib dabei, dann wird es was. Egal ob 5km Volkslauf, Halbmarathon, ganze 42,195km oder was auch immer. Natürlich ist das Training auf einen spezielles Ziel hin immer mit harter Arbeit verbunden. Aber es lohnt sich. Hard work pays off! Das Gefühl dich und die Strecke besiegt zu haben ist unbeschreiblich und ein toller Lohn. Außerdem lernst du dich selber besser kennen. Du wirst merken, dass das, was du vor einigen Wochen, Monaten oder Jahren für unmöglich gehalten hast, machbar ist und in greifbare Nähe kommt. Also nichts wie los! Schreib mir gerne in die Kommentare, was du so geplant hast.. ;-)

Hier findest du übrigens zu Teil 1 - der Vorbereitung.


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